Klassenfahrt mit Abiturienten

  • Die wahre Kunst ist es, ein ausgewogenes Verhältnis von Mitbestimmung der fast erwachsenen Abiturienten und der Abarbeitung des Lehrplanes auf der Klassenfahrt zu finden.
  • Besonders geeignet sind Touren in größere Städte: hier lassen sich Bildung, Kultur und die Interessen der Schüler mit Abstand am besten verbinden.
  • Auch während der Reise sollte auf ein gutes Mittelmaß zwischen Freiraum der Schüler und lehrplanbezogenen Schwerpunkten geachtet werden: nur so werden die Erwartungen vom Fahrtantritt auch erfüllt.

Abiturienten sind reif genug, um sie in die Planung der Klassenfahrt zu involvieren und dem Lehrer einige Organisationsarbeiten abzunehmen. Für Schüler der Sekundarstufe II ist eine Klassenfahrt im Abiturjahrgang meist die letzte – und so soll sie als tolle Abschlussfahrt in Erinnerung bleiben. Doch der Spagat ist schwierig: den fast erwachsenen Schülern Freiräume bieten, aber dennoch den Lehrplan abarbeiten.

Klassenfahrt mit Bildungsanspruch finden

Im Wesentlichen unterscheidet sich die Planung einer Exkursion mit Abiturienten nicht von anderen Klassenfahrten. Es sind Zeitfenster einzuhalten, Eltern zu informieren und das Geld einzutreiben. Eine genaue Aufstellung finden Sie in der schulfahrt.de-Checkliste. Weil die Schulfahrt auch hier integraler Bestandteil des Lehrplanes ist, sollte bei der Wahl der Destination darauf geachtet werden, nicht nur die sozial-integrative Karte auszuspielen, sondern die Wissensvermittlung ins Zentrum zu stellen. Aus diesem Grund passt die Bezeichnung Exkursion besonders gut, weil es sich um einen themenbezogenen Exkurs aus dem Lehrplan handelt, der in einer anderen Umgebung, als dem Klassenraum stattfindet.

Die sogenannten bildungspädagogischen Reisen sind nicht mit Abschlussfahrten zu vergleichen, die nach dem bestandenen Abitur von den jungen Erwachsenen gebucht werden, um ihren erfolgreichen Abschluss zu feiern. Der Lehrer sollte auch bei Orten wie Lloret de Mar oder Rimini nicht stutzen! Gerade hier lassen sich bei sorgfältiger Wahl des Veranstalters herausragende, kulturell anspruchsvolle Touren finden, die aber auch am Abend attraktive Angebote bieten. Ködern Sie als Lehrkraft Ihre Schüler eventuell mit Städtetrips, die das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden: Hier können Gedenkstätten, Museen, Labors etc. besucht und ganz nebenbei Sightseeing betrieben werden.

Insgesamt achtet der Lehrer bei Exkursionen mit Abiturienten darauf, dass er einen thematischen Schwerpunkt erkennen lässt, ihn während der Reise in verschiedenen Stationen konsequent verfolgt, aber den Schülern noch genügend Freiraum zur eigenen Entfaltung einräumt. Nur so macht eine Reise Spaß. Allerdings müssen hier Grenzen gesetzt, die je nach „Führung“ gelockert werden können. Schließlich handelt es sich teilweise um volljährige Erwachsene.

Exkursionsbeispiele in Europa

Fündig wird man sowohl im eigenen Land (was die Schüler oft langweilig finden) oder in den Nachbarländern. In Deutschland existiert eine Langeweile-Ausnahme: die Klassenfahrt nach Berlin. Die Stadt atmet durch die jahrelange Teilung Geschichte, die sich im öffentlichen Raum (Berliner Mauer), in Gedenkstätten (Denkmal für die ermoderten Juden Europas), Museen (DDR-Museum/ Checkpoint Charlie) oder politischen Institutionen (Reichstag) manifestiert. Der Lehrer freut sich über ein Überangebot an Bildungsmöglichkeiten und die Schüler über ein paar Stunden Zeit zur freien Verfügung in ihrer deutschen Lieblingsstadt.

In unserem EU-Nachbarland Belgien vermag eine Klassenfahrt Sightseeing verschiedener Städte auf engstem Raum sowie politische Bildung miteinander zu verbinden. Reisen zum Europäischen Parlament werden unter Umständen von der EU mit Kilometergeld gefördert. Nach dem Besuch des Regierungsviertels kann Brüssel, oder auch „Klein-Paris“ genannt, unsicher gemacht werden. Weitere attraktive Städte in unmittelbarer Nähe sind die Mode-Stadt Antwerpen oder die Märchenstadt Brügge.

Kaum ein Schüler in jüngster Vergangenheit, der nicht mindestens ein Konzentrationslager besucht hat. Ein Klassenfahrten-Ziel könnte die attraktive Stadt Krakau sein, die nur eine Autostunde vom größten der ehemaligen Vernichtungslager entfernt liegt. In Auschwitz wird ein grausamer Teil der Geschichte unmittelbar erlebbar und der Besuch der Gedenkstätte stellt ein einschneidendes Erlebnis für die Schüler dar. In Krakau selbst warten weitere Bildungsinstitutionen zur jüdischen Geschichte. Zur Erholung von den Geschichtslektionen kann die historische Altstadt besichtigt werden.

Reiseplanung

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