Klassenfahrten und Krankheit

Klassenfahrten und Krankheit – bei Lehrern und Eltern ein sensibles Thema. Denn häufig bleiben Eltern auf den Kosten sitzen, falls ihr Kind wegen Krankheit die Klassenfahrt nicht antreten kann oder verlassen muss. Wir unterscheiden drei verschiedene Arten der Krankheit auf Klassenfahrten: Krankheit vor der Klassenfahrt mit Nichtantritt, Krankheit auf der Klassenfahrt und das Krankwerden während Klassenfahrt. Das schulfahrt.de-Team schildert Ihnen die wichtigsten Fälle.

Nichtantritt der Klassenfahrt durch Krankheit

Das Oberverwaltungsgericht Koblenz hat in einem Urteil von 2003 entschieden, dass die Eltern eines vor der Schulfahrt erkrankten Kindes die Kosten für die Reise nicht zurückbekommen. Die Erziehungsberechtigten hatten auf Erstattung geklagt. Die Begründung war einleuchtend: Weder der Schule noch anderen Eltern sei zumutbar das Risiko der Erkrankung zu tragen. Rein rechtlich zählt die Klassenfahrt zu einer Schulveranstaltung und somit gilt die Unterrichtspflicht auch zu Wanderungen, Studienfahrten, Ausflügen etc. im schulischen Rahmen. Teilnahme und Kostenübernahme wurden hierfür durch die Erziehungsberechtigten schriftlich versichert.

Das heißt: Wird das Kind vor Fahrtantritt krank, müssten die vollen Kosten der Klassenfahrt getragen werden. Doch bei fast allen Klassenfahrten-Anbietern wird im Buchungsverlauf eine Reiserücktrittsversicherung angeboten – so auch bei schulfahrt.de – die in meisten Fällen sehr erschwinglich ist. Es wird pro Reisenden für eine normale Klassenfahrt nur 5 bis 10 Euro fällig. Achten Sie darauf, dass auch ein Lehrer-Ausfall inbegriffen ist.

Klassenfahrten und chronische Erkrankungen

Kein Kind darf von der Klassenfahrt ausgeschlossen werden. Auch wenn für den Lehrer zusätzliche Risiken und erhöhter Aufwand entstehen. Bei chronischen Erkrankungen eines oder mehrerer Kinder muss der Lehrer vor Reiseantritt durch die Eltern entsprechend mit Informationen – und das Kind mit den nötigen Medikamenten versorgt sein. Die Erziehungsberechtigten geben die Informationen im Rahmen von Einverständniserklärungen und Genehmigungen bei der Reisevorbereitung schriftlich ab.

Im konkreten Fall überwacht der Lehrer die Medikation, darf jedoch selbst nicht eingreifen. Das gilt bspw. auch für Kinder mit Diabetes-I-Erkrankung, die täglich gespritzt werden müssen. Der Lehrer ist nicht befugt zu injizieren, dazu sollte Fachpersonal vor Ort bereitstehen oder ein Elternteil fährt mit auf die Klassenfahrt.

Krankwerden während der Klassenfahrt

Es ist natürlich nicht auszuschließen, dass Schüler während der Klassenfahrt erkranken. Auch hier hilft uns ein Urteil, um die Rechtslage in Sachen Kostenerstattung zu klären. Das Oberverwaltungsgericht NRW entschied in einem Urteil von 2010, dass die Schule die Reisekosten für einen erkrankten Schüler und nachgereister Mutter ins Ausland außerhalb des vereinbarten Transports nicht übernehmen muss. Vergleicht man den Fall mit einer plötzlichen Erkrankung des Kindes in der Schule, wird klar, dass Eltern im Rahmen ihrer Sorgfaltspflicht das Kind abholen müssen, sobald die Teilnahmepflicht erlischt.

Eine integrierte Reiseabbruchversicherung bzw. Reisekrankenversicherung im Versicherungspaket deckt die Kosten für einen Rücktransport. Aber Vorsicht: Heimweh ist kein Grund für eine Kostenerstattung und ist dementsprechend nicht mitversichert. Eltern, die also Ihr heimwehgeplagtes Kind frühzeitig von der Klassenfahrt abholen, müssen die entstandenen Reisekosten selbst tragen.

Notfall

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