Jugendherberge auf Klassenfahrt: Vorteile & Alternativen

gemütliche Unterkunft auf Klassenfahrt

Welche Unterkunft bietet sich für eine Klassenfahrt an? Der Klassiker sind die Jugendherbergen, die Schülergruppen Übernachtungen zu günstigen Preisen bieten und häufig mit Gemeinschaftsräumen, Sporteinrichtungen oder Lagerfeuerstellen ausgestattet sind. Doch es gibt noch weitere Möglichkeiten: In den Städten greifen viele Klassen gern auf Hostels zurück, die zwar selten eine pädagogische Ausrichtung haben, dafür aber günstige Übernachtungspreise bieten können.

Wer eine Gruppenreise mit starkem, pädagogischem Profil sucht, wird in den Schullandheimen fündig: hier können beispielsweise Projektwochen durchgeführt werden, die sich ausschließlich dem Unterricht widmen.

Welche Unterkünfte für Gruppenreisen sind die besten?

Bei den Unterkünften und dem Reiseziel für Klassenfahrten haben Lehrer*innen die Qual der Wahl. Eine klare Antwort auf die Frage, welche Unterkunft am besten geeignet ist, gibt es nicht. Die möglichen Quartiere haben unterschiedliche Profile, die je nach Ausrichtung der Klassenfahrt den Bedürfnissen des Klassenverbandes gerecht werden können:

  • Jugendherbergen: bieten Gemeinschaftsräume & extra Angebote für Schulklassen
  • Schullandheime: eignen sich sehr gut für Projektwochen
  • Hostels: eine beliebte Unterkunft in Städten
  • Zeltplätze: bieten eine abenteuerliche Atmosphäre

Jugendherberge: Klassenfahrten mit vielfältigen Programmen erleben

Jugendherberge als Unterkunft für die Klassenfahrt

Jugendherbergen haben sich bereits seit über 100 Jahren bewährt. Als im Jahre 1909 der Pädagoge Richard Schirrmann während eines Gewitters mit seiner Wandervogel-Gruppe Unterschlupf in einer Dorfschule fand, war die Idee geboren, für alle auf Wandertagen befindlichen Schülern Unterkünfte bereitzustellen – das Deutsche Jugendherbergswerk wurde gegründet.

Was ist eine Jugendherberge?

Jugendherbergen eignen sich deshalb als Unterkunft für Klassenfahrten, weil sie auf die Unterbringung von Schüler*innen und Lehrpersonen spezialisiert sind. Ihr Vorteil ist die pädagogische Ausrichtung mit dem Fokus, den Lehrer oder die Lehrerin so gut es geht zu unterstützen.

Die Herbergen sind mit Gemeinschaftsräumen, Sporteinrichtungen, Schlafunterbringung in den oft typischen Doppelbetten und im ruralen Raum meist mit einem weitläufigen Gelände mit Spielplatz oder Lagerfeuerstelle ausgestattet. Jugendherbergen werden vom Staat gefördert und haben einen günstigen Übernachtungspreis. Auch Personen über 27 Jahren und Familien kommen seit einigen Jahren in den Genuss, Jugendherbergen nutzen zu dürfen. Sie zahlen in der Regel drei Euro mehr pro Übernachtung. Voraussetzung für die Nutzung ist eine Mitgliedschaft, die bei der ersten Übernachtung abgeschlossen wird.

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Vorteile einer Klassenfahrt in die Jugendherberge

  • günstige Unterkünfte
  • Programme, die auf Unterrichtsinhalte abgestimmt sind
  • vielfältige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung
  • Verpflegung mit gesunden Speisen
  • Extras wie Sportplätze und Kreativräume
  • Schwerpunkt: Freizeit- und Erlebnispädagogik

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Stand heute gibt es in der Bundesrepublik 16 Landesverbände und rund 530 Einrichtungen, die als Jugendherberge fungieren, weshalb es für die nächste Klassenfahrt im regionalen Raum nicht schwer sein sollte, eine geeignete Jugendherberge für die Klasse zu finden. Doch nicht nur in Deutschland gibt es Jugendherbergen: Auf der ganzen Welt kann unter der Dachmarke „Youth Hostel“ an rund 4500 Plätzen Herbergen gefunden werden.

Urbane Schlafvariante: Was ist ein Hostel?

Hostel als Unterkunft für die Klassenfahrt

Lehrerinnen und Lehrer können bei Städtereisen mit der Klasse die Unterbringung in einem Hostel wählen und das urbane Flair genießen. Die Gruppe profitiert in der Regel von:

  • einer zentralen Lage in der Stadt
  • guter Anbindung an den ÖPNV
  • Anreisemöglichkeit mit der Bahn
  • günstigen Zimmerpreisen

Hostels stellen gerade in größeren Städten eine gute Alternative zu Jugendherbergen dar, weil diese im urbanen Raum schlicht unterrepräsentiert sind.

Schülerin im Hostel auf Klassenfahrt

Klassenfahrt-Tipps für die Übernachtung im Hostel

  • empfehlenswert ist die Hostel-Variante für ältere Schüler mit Verantwortungsbewusstsein
  • keine Unterbringung im 20er-Schlafsaal, sondern bevorzugt in 4- bis 8-Bett-Zimmern
  • Geschlechtertrennung in den Zimmern

Alternative zur Herberge: Was ist ein Schullandheim?

Das Schullandheim bzw. Landschulheim stellt eine Einrichtung dar, die über die Infrastruktur verfügt, den Unterricht unter besonderen Bedingungen fortzuführen. Es wird besucht, um an bestimmten Lerninhalten intensiver zu arbeiten, meist in Form einer Projektwoche. Das Ziel sollte sein, den Pflichtunterricht aus dem starren Gerüst der Klassenräume zu holen und in einem anderen Lernklima in Verbindung mit Natur- und Gruppenerlebnissen interessant zu gestalten. In Schullandheimen können auch herkömmliche Klassenfahrten durchgeführt werden.

Warum wählen Lehrer*innen das Schullandheim bei Klassenfahrten?

Der Lehrkörper weiß im Schullandheim genau, was ihn erwartet. Inzwischen gibt es in Deutschland rund 400 derartige Einrichtungen. Als Unterkunft für eine Klassenfahrt sollte man das Schullandheim nicht unterschätzen: Hier ist die Klasse schülergerecht aufgehoben, zudem können pädagogische Konzepte erprobt werden.

Sind gemischte Zimmer auf Klassenfahrt erlaubt?

Wenn Lehrer*innen eine Schulfahrt organisieren, wird insbesondere bei Klassenfahrten mit Oberschülern ein Thema gewiss auf der Tagesordnung landen: Dürfen die Jugendlichen in gemischten Zimmern untergebracht werden? Bei jüngeren Schüler*innen ist die Antwort nein. Im Strafgesetzbuch § 180 dazu heißt es, wer sexuelle Handlungen von Personen unter 16 Jahren fördert, wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe bestraft. Diese Förderung besteht, wenn Lehrkräfte den Teenagern die Gelegenheit verschaffen, indem diese in einem gemeinsamen Zimmer übernachten dürfen.

Selbst bei volljährigen Schüler*innen wird eine Geschlechtertrennung auf Klassenfahrt empfohlen, auch wenn es keine gesetzliche Grundlage hierfür gibt. Lehrkräfte können auf diese Weise Stress mit den Eltern vermeiden, insbesondere wenn Mütter und Väter der Klassenfahrt aus religiösen Gründen skeptisch gegenüberstehen. Aber auch der Schutz der Jugendlichen vor Übergriffen kann ein Argument sein, Mädchen und Jungen nachts zu trennen.

Übrigens: Die getrennte Unterbringung der Schüler*innen orientiert sich in der Regel am Geschlecht, nicht an der sexuellen Orientierung.


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