Diensthaftpflicht für Lehrer

  • Die private Haftpflichtversicherung deckt einen Lehrer nicht während der Arbeitszeit ab, erforderlich ist eine Diensthaftpflichtversicherung.
  • Lehrer haben zu jedem Zeitpunkt Aufsichtspflicht - die Diensthaftpflicht deckt daher Schadensersatzforderungen, falls sich bspw. ein Schüler auf der Klassenfahrt verletzt.
  • Die Diensthaftpflicht gibt es ab 50 Euro und sollte mind. 3 Millionen Euro Personen- und Sachschäden und den Verlust des Dienstschlüssels abdecken.

Fast jeder hat sie, die Haftpflichtversicherung. Sie sorgt im Falle eines körperlichen oder materiellen Schadens anderer, der durch einen selbst verursacht wurde, dafür, dass die Kosten für Schadensersatzansprüche gedeckt werden – und bewahren häufig vor dem finanziellen Ruin. Allerdings gilt die Haftpflicht nur im privaten Bereich, weshalb sich eine Berufshaftpflichtversicherung, im Falle von verbeamteten Lehrern eine Diensthaftpflichtversicherung lohnenswert ist.

Auf Klassenfahrten in jeder Sekunde Aufsichtspflicht

Die Verletzung der Dienstpflicht wird im BGB §839 beschrieben: „Verletzt ein Beamter vorsätzlich oder fahrlässig die ihm einem Dritten gegenüber obliegende Amtspflicht, so hat er dem Dritten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen […]. Der Lehrer haftet somit für alle Schäden, die im Rahmen seiner Amtsausübung entstehen. Aber Achtung: Eine Dienstverletzung begehen nicht nur verbeamtete Lehrer, sondern auch jeder andere Lehrer, der als „Angestellter im öffentlichen Dienst“ arbeitet. Somit ist eine Diensthaftpflichtversicherung für jeden Lehrer ein Muss.

Der Horror für jeden Pauker: Dass einem Schüler auf seiner betreuten Klassenfahrt etwas zustößt. Denn die rechtliche Lage besagt, dass der Lehrer jederzeit; in jeder Sekunde, auch während der Nachtruhe die volle Aufsichtspflicht für die Schüler innehat. Das ist jedoch unter lebensechten Bedingungen unrealistisch. Eine Diensthaftpflichtversicherung schafft deshalb bei möglichen Personen- und Sachschäden Erleichterung. Sie tritt dann in Kraft, wenn die Eltern eines Kindes die Aufsichtspflicht des Lehrers verletzt sehen. Wenn sich der Schüler bspw. bei einem Ausflug das Bein gebrochen hat und Schadensersatzforderungen gestellt werden, weil die Krankenversicherung die Kosten für die Behandlung nicht decken will.

Diensthaftpflicht auch für regulären Schulbetrieb sinnvoll

Mit einer Diensthaftpflicht ist der Lehrer natürlich auch im regulären Schulbetrieb versichert, denn auch hier hat er für das Wohlergehen der Schüler zu sorgen und haftet im vollen Umfang. Weil die Risiken einer Diensthaftpflicht für die Versicherung um Einiges höher sind, als bei einer normalen Haftpflicht, die für wenige Euro im Monat zu haben sind, ergeben sich auch etwas höhere Kosten. Dennoch können die 50 (mit geringer Selbstbeteiligung) bis 100 Euro (erweiterter Schutz) im Jahr möglicherweise ein finanzielles Fiasko abwenden. Je länger die Vertragslaufzeit, desto günstiger ist auch die Versicherung. In der Regel sind Personen- und Sachschäden zwischen 5 und 10 Millionen Euro sowie Vermögensschäden zwischen einer Viertel und einer Million Euro abgesichert.

Netter Nebeneffekt: Bei den meisten Diensthaftpflichtversicherungen ist eine private Haftpflicht integriert und der Dienstschlüssel, dessen Wiederbeschaffungswert u.U. als Generalschlüssel in die Tausende gehen kann, ist mitversichert.

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