Einverständniserklärungen und Genehmigungen

  • Welche Einverständniserklärungen und Genehmigungen müssen Eltern abgeben, damit die Klassenfahrt reibungslos verlaufen kann?
  • Sportliche Aktivitäten - beispielsweise Schwimmen oder Radfahren - sind ein eigener Unterpunkt auf der Einverständniserklärung, der in jedem Falle separat genehmigt werden sollte.
  • Bei eigenständigen Unternehmungen der Schüler - z. B. nach Ende des Tagesprogrammes - ist es wichtig, klare Grenzen zu ziehen und keine verwässerten Aussagen zu treffen.

Kein Lehrer sollte mit seinen Schülern ohne eine wasserdichte Absicherung auf Klassenreise fahren. Ungefähr zwei Monate bis sechs Wochen vor Fahrtantritt sollten Sie als Lehrer von den Erziehungsberechtigten einige Einverständniserklärungen und Genehmigungen einholen, damit sie sich ohne Bedenken auf die Reise machen können. Welche Erklärungen die Eltern genau abgeben sollten, finden Sie in diesem Ratgeber.

Einverständniserklärung für sportliche Aktivitäten einholen

Der Lehrer holt Informationen über die Kenntnisse jedes einzelnen Schülers in Bezug auf sportliche Unternehmungen von den Erziehungsberechtigten ein. Ist absehbar, dass auf der Klassenfahrt das Fahrrad zum Einsatz kommt, fragt er, ob der Schüler Fahrradfahren kann und ob der Erziehungsberechtigte dies im Rahmen der Schulfahrt erlaubt. Das Gleiche gilt für Baden und Schwimmen. Kann der Schüler schwimmen? Darf der Schüler schwimmen?

Neben den Standardfragen nach Radfahren und Schwimmen gibt es noch viele weitere „sportliche Unternehmungen mit einem erhöhten Sicherheitsrisiko“, die von den Eltern genehmigungspflichtig sind. Dazu gehören u.a. Inline-Skating, Klettern, Skifahren und Snowboarden, Eislaufen, Trampolinspringen, diverse Sportarten zu Wasser, Reiten und Voltigieren sowie Wanderungen im Watt oder Hochgebirge. Genaue Anweisungen finden sich in den Ausführungen zur Sicherheitsförderung im Schulsport.

Genehmigungen im Rahmen von Freiheiten und Pflichten der Schüler

Auf einer Klassenfahrt ist es dem Lehrer nicht möglich, die Schüler 24/7 zu betreuen. Sei es nachts oder in der den Schülern eingeräumten Zeit zur freien Verfügung. Der Lehrer klärt mit den Erziehungsberechtigten auf Elternversammlungen, welche Aktivitäten den Schülern außerhalb der Betreuungszeit angeraten sind und welche Aufsichts- und Haftungsfragen dabei entstehen.

Grundsätzlich gilt: Die meisten Aktivitäten, in denen Schüler unter Lehreraufsicht stehen, sind durch die gesetzliche Unfallversicherung abgedeckt. Die Aufsichtspflicht der Lehrer hat jedoch Grenzen. „Persönliche Tätigkeiten“ wie Essen, Trinken, Schlafen oder private Unternehmungen (während des Ausgangs, nach Ende des Tagesprogramms) sind im Rahmen einer Klassenfahrt nicht unfallversichert und müssen durch private Versicherungen der Familie abgedeckt werden.

Einverständniserklärungen und Genehmigungen spielen im Schadensfall eine Rolle. Der Lehrer muss stets auf Klassenfahrten darauf achten, klare Grenzen zu ziehen und keine verwässerten Aussagen zu tätigen. Ein Fall des hessischen Landessozialgerichts von 2006 zeigt, dass bei „mangelnder Aufsicht“ die Unfallkasse auch bei privaten Unternehmungen entschädigen muss. Eine Schülerin wurde nach einem Strandspaziergang von einem Auto erfasst und zog sich mehrere Brüche zu. Der Lehrer hatte zwar zur Nachtruhe gerufen, aber kein explizites Verbot die Hotelanlage zu verlassen ausgesprochen und des Weiteren das Fehlen der Schülerin nicht nachgeforscht. Ein klar ausgesprochenes Ausgangsverbot hätte den Lehrer entlastet.
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