Erste Hilfe für die Klassenfahrt

  • Sicherheit ist oberstes Gebot und so müssen Schulen versicherungstechnisch für eine wirksame Erste Hilfe sorgen
  • Erste-Hilfe-Materialien sind auf Klassenfahrten immer griffbereit mitzuführen – eine Sani-Tasche mit normiertem Inhalt und zusätzlich zuvor mit Eltern abgesprochene Medikamente und Einverständniserklärungen
  • Lehrer und Begleiter sind als Ersthelfer ausgebildet; ihr Erste-Hilfe-Kurs liegt nicht länger als drei Jahre zurück
  • Alles ausführlich dokumentieren: Für das eigene Recht und für die Versicherung

Erste Hilfe auf der Klassenfahrt beginnt nicht erst in einer Notsituation, sondern bereits bei der Vorbereitung auf Exkursion, Wanderung, Schulfahrt und Co. Eine Erste Hilfe schließt auch weitere Schritte nach einem Unfall mit ein. In der Unfallverhütungsvorschrift für Schulen schreibt die DGUV: „Der Unternehmer (die Schule, Anm. schulfahrt.de) hat dafür zu sorgen, dass für eine wirksame Erste Hilfe für Schülerinnen und Schüler die erforderlichen Einrichtungen in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen“. Dies sei erfüllt wenn die Hinweise der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung „Sicherheit und Gesundheit in Schulen“ erfüllt seien. Diese Liste ist lang. Das Team von schulfahrt.de schlüsselt Ihnen die wichtigsten Erste-Hilfe-Schritte für eine Klassenfahrt auf.

Erste-Hilfe-Materialien immer bereithalten

Die Bestimmungen besagen, dass zu allen Schulveranstaltungen Erste-Hilfe-Materialien bereitstehen müssen. Dazu gehören natürlich auch schulische Veranstaltungen außerhalb des Schulgeländes. Auf Klassenfahrten und anderen Ausflügen hält die DGUV die Sanitätstasche nach DIN 13160 für den geeignetsten Notfallhelfer. Sie sollte zu jeder Zeit bereitstehen. Die Sani-Tasche ist standardisiert und lässt sich jederzeit neu befüllen. Zum genormten Inhalt gehören u.a. Wund- und Heftpflaster, Verbandstücher, Rettungsdecke oder Wundkompressen. Ergänzt werden kann das Erste-Hilfe-Material mit Kältekompressen. Bei Prellungen, Quetschungen oder Zerrungen werden jene Kühlpacks von Medizinern als Soforthilfe empfohlen.

Doch eine Erste Hilfe kann mit einer genormten Tasche allein nicht immer vorgenommen werden. Einige Schüler müssen ggf. regelmäßig Medikamente einnehmen, haben Allergien auf Insektenstiche, können nicht schwimmen etc. Diese Informationen holt der Lehrer vor der Fahrt bei den Erziehungsberechtigten der Kinder ein, um vor bösen Überraschungen gefeit zu sein. Hierzu sind schriftliche Einverständniserklärungen und Genehmigungen erforderlich.

Frische Erste-Hilfe-Kenntnisse bei allen Begleitern erforderlich

Bei einer Ersten Hilfe selbst müssen Lehrer und Begleitpersonen über ausreichende Erste-Hilfe-Kenntnisse verfügen, um auf einer Klassenfahrt nicht vor einer überfordernden Situation zu stehen und als Ersthelfer fungieren zu können. Als ausreichend gelten Kenntnisse in der Ersten Hilfe, wenn sie bis max. 3 Jahre vor Klassenfahrt-Beginn erworben wurden. Seit dem 1. April 2015 ist hierfür eine Grundausbildung in Erster Hilfe mit neun Unterrichtseinheiten zu je 45 min. erforderlich. Sie dauert in der Regel einen Tag und wird bspw. vom DRK, DLRG, den Johannitern oder Maltesern angeboten. Die Ausbildung ist für den Ersthelfer-Lehrer kostenfrei (Deckung durch die Unfallkasse).

Nach Unfall und Erstversorgung wird individuell nach Schwere der Verletzung entschieden, wie es weitergeht. Versicherungstechnisch funktioniert das so: Bei leichten Verletzungen kann die nächstgelegene Arztpraxis aufgesucht werden. Bei schweren Verletzungen wird der Durchgangsarzt gerufen oder gleich der Notruf, weil in Unfallkliniken zumeist von den Unfallversicherungsträgern zugelassene D-Ärzte praktizieren. Bei isolierten Verletzungen der Augen, Nasen oder Ohren sollte ein erreichbarer Fachspezialist aufgesucht werden, der dann rechtlich als Durchgangsarzt fungiert. Bei Kindern lohnt es sich, die Krankenkassenkarten vor der Klassenfahrt einzusammeln, um sie der behandelnden Institution mit dem Vermerk Schulunfall zu übergeben. Denn Arzt oder Krankenhaus rechnen direkt mit dem Unfallversicherungsträger ab.

Nach dem Unfall Erste Hilfe dokumentieren

Nach dem Unfall kommt es zu Dokumentationsmaßnahmen, damit der Lehrer sich rechtlich und versicherungstechnisch absichert. Dabei ist die Schule verpflichtet, dem Unfallversicherungsträger binnen dreier Werktage eine Unfallanzeige zuzustellen, die es als Vordruck bei der DGUV gibt. Jede einzelne Erste-Hilfe-Leistung im Schulbetrieb und auch auf der Klassenfahrt muss vermerkt werden, damit der Unfall als Schulunfall und die Erste Hilfe nachgewiesen werden können. Hierfür dient das Notizbuch in der Sani-Tasche oder eine Niederschrift als Textdatei auf dem Laptop. Im Rahmen der schulischen Dokumentation sollte es später im Verbandbuch nachgetragen werden. Das ist viel Schreibarbeit, aber so vermeiden Sie als Lehrer Ärger bei Kontrollen.

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