Luftfahrttechnisches Museum Rechlin - ein Museum mit Geschichte



Das Luftfahrttechnische Museum Rechlin ist ein Museum, das sich der technischen Entwicklung der Fliegerei – vor allem der Militärfliegerei bis 1945 – widmet. Es befindet sich auf einem ehemaligen Militärgelände im kleinen Ort Rechlin in Mecklenburg-Vorpommern.

Die kleine Gemeinde Rechlin liegt im Süden der mecklenburgischen Seenplatte an der Kleinen Müritz. Über Seen und Kanäle ist der Ort mit der Havel und mit der Elbe verbunden. Rechlin zählt nur etwa 2.000 Einwohner.

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Rechlin als Militärstandort

Ab 1916 entstand hier die Flieger-Versuchs- und Lehranstalt, die im August 1918 in Betrieb ging. Nach dem baldigen Ende des Ersten Weltkrieges wurden die Anlagen demontiert. Ab 1926 begann der Wiederaufbau. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten flossen enorme Gelder nach Rechlin, und aus dem ganzen Reichsgebiet wurden Techniker und Ingenieure dort zusammengezogen. 1935 wurde Rechlin auch offiziell zur "Erprobungsstelle der Luftwaffe". Unter Einschluss des Flugplatzes Lärz wurde Rechlin die größte Erprobungsstelle der Luftwaffe im Dritten Reich. Die Ergebnisse der Erprobungen und Entwicklungen der Rechliner Ingenieure in der Zeit von 1926 bis 19445 beeinflussten die Luftfahrttechnik bis heute maßgeblich.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Rechlin zu einer Garnison der Roten Armee.

1948 wurde die Schiffswerft Rechlin eröffnet. Auch hier wurden, wie zuvor in der Luftfahrt, wichtige Entwicklungen vorangebracht und neue Schiffstypen entwickelt. Allerdings wurden hier vor allem Rettungsboote und Komponenten gebaut, etwa Kühlsysteme für Fischereischiffe.

1993 verließ die Rote Armee Rechlin und Lärz, und im folgenden Jahr wurden die Gelände wieder zur zivilen Nutzung freigegeben.

Das Museum

Ebenfalls 1993 wurde der Museumsverein gegründet. 1998, nach der Sanierung erster Gebäude der ehemaligen Erprobungsstelle und der Anschaffung und Restaurierung erster Exponate, wurde das Museum schließlich eröffnet und entwickelt sich seitdem zu einem attraktiven Publikumsmagneten in der Region, sowohl für Einheimische als auch für Touristen. Das Museum wird bis heute von zwei Vereinen getragen und ausschließlich durch Spenden und Eintrittsgelder finanziert.

Das Museum hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Entwicklungsgeschichte der deutschen Militärluftfahrt bis 1945 und die Nutzung der Anlagen in Rechlin nach 1945 zu dokumentieren. Dementsprechend betreibt das Museum insgesamt fünf Ausstellungen:

  • Erprobungsstelle der Luftwaffe
  • sowjetische Fliegerei
  • Schiffswerft Rechlin
  • Nationale Volksarmee und Bundeswehr
  • Rechliner Lokalgeschichte



Besonders die beiden erstgenannten Ausstellungen sind ein Eldorado für Flugzeugliebhaber und Technikfreunde. Neben jeder Menge originaler Ausrüstungsgegenstände, Komponenten und Triebwerke werden in der Abteilung "Erprobungsstelle" unter anderem folgende Flugzeuge ausgestellt:

  • Dornier Do 335 (ein Nachbau unter Verwendung von Originalteilen) von 1943
  • Etrich Taube von 1910
  • Focke-Wulf TA 154 von 1943
  • Fokker E-III von 1915
  • Fokker DR. I von 1917
  • Gotha Go-P.60 C von 1945
  • Fokker DR. I von 1917
  • Heinkel He-162 "Volksjäger" von 1944
  • Siemens-Schuckert D.III von 1917
  • Junkers D I von 1918
  • Junkers F13 von 1919 (das erste zivile Ganzmetallflugzeug der Welt) (nur der Rumpf)
  • DFS 230 A, ein Lastensegler von 1939
  • Messerschmitt Bf-109 von 1935 (ein Original von 1950)
  • Messerschmitt Me 262 von 1943 (ein Holz-Nachbau mit Original-Metallteilen)
  • Fieseler Fi-103 "Reichenbach" von (eine bemannte V1)
  • SG-38 (ein Schulgleiter) von 1938 (ein Original)



Diese Flugzeuge aus der Zeit des Ersten und Zweiten Weltkriegs sind leider, aber verständlicherweise fast ausschließlich Nachbauten in Originalgröße. Aber die Flugzeuge aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in der Abteilung "sowjetische Fliegerei" sind allesamt Originale. Hier werden unter anderem folgende Flugzeuge gezeigt:

  • MiG-17 von 1950
  • MiG 21 von 1959
  • MiG 21 von 1959 (aufgeschnitten)
  • MiG 23 von 1964
  • Su-22 von 1966
  • Mi-2 von 1961
  • Mi-8 von 1958
  • Mi-24 von 1973



Die Schiffswerft Rechlin, die etliche Neuentwicklungen auf den Markt gebracht hat, ist unter anderem mit folgenden Schiffstypen vertreten:

  • Kleines Torpedoschnellboot von 1971
  • Grenzsicherungsboot von 1976



Ausstattung und Allgemeines

Das Luftfahrttechnische Museum Rechlin ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln, per Rad und auch mit dem Auto leicht zu erreichen. Der Parkplatz vor dem Museum bietet auch Reisebussen Platz.

Das Museum legt Wert darauf, auch von Gästen mit Handycap besucht zu werden. Es ist entsprechend eingerichtet, und eine Einstufung als "teilweise barrierefrei" ist beantragt.

Besucher dürfen gern ihren Hund mitbringen; der muss aber angeleint sein.

Nach Voranmeldung sind sowohl Gruppen- als auch Einzelführungen durch das Museum möglich.



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