Die Olympischen Spiele der Antike



Der heutige Beitrag unserer Griechenland – Serie befasst sich mit den Olympischen Spielen der Antike.

Disziplinen

Unter die Disziplinen der Olympischen Spiele fallen, wie heute auch, Leicht- und Schwerathletik. Dabei wird unterschieden zwischen dem Pentathlon, eine Disziplin, die auch als „Fünfkampf“ bezeichnet wird und das Diskus- und Speerwerfen, Springen, Laufen und Ringen beinhaltet. Leicht- und schwerathletische Elemente mischen sich bei dieser Disziplin, sodass ein harmonischer Körperbau gefördert wurde. Des weiteren gab es den Faustkampf, auch Pygme genannt. Besonders begehrt vom Publikum war hierbei das Pankration- eine Mischung aus Faust- und Ringkampf. Eine brutale und manchmal mit dem Tod endende Disziplin. Die letzten Disziplinen der Olympischen Spiele waren Pferde- und Wagenrennen. Diese wurden jedoch nicht, wie all die anderen Sportarten, im Stadion ausgeführt, sondern im daneben gelegenen Hippodrom. Beim Wettreiten hatten die Reiter keine Steigbügel oder Sättel, was noch mehr Schwierigkeit verlieh. Der Pferdesport war ein Privileg der Reichen, speziell des Adels. Beim Wagenrennen bzw. Wettreiten gewannen jedoch nicht die Wagenlenker oder Reiter, sondern die Besitzer der Pferde - so geschah es häufig, das Frauen als Gewinner dieser Disziplinen das Stadion verließen.

Ablauf

Die Olympischen Spiele dauerten immer 5 Tage. Dabei wurde bei den Wettkämpfen zwischen 3 Gruppen unterschieden: 1.Die Agone (Wettkämpfe) der Herolde und Trompeter 2.Die gymnischen Agone, d.h. Leibesübungen wie Leicht- und Schwerathletik 3.Die hippischen Agone (Wagenrennen und Wettreiten). Weiterhin gab es auch noch die musischen Agone (Dichtkunst, Tanz, Musik) welche jedoch an dieser Stelle keine Rolle spielen sondern nur der Vollständigkeit halber aufgeführt werden. Der 1. Tag wurde feierlich eröffnet. Alle Teilnehmer der Spiele versammelten sich in der Altis (Austragungsort der Olympischen Spiele und Heiligtum des Zeus) und legten anschließend vor der Zeus - Statue ihren Schwur ab, den olympischen Regeln gerecht zu werden. Danach traten die Herolde und Trompeter in den Wettstreit, am Nachmittag begannen die Wettkämpfe der Knaben im Ringen, Laufen und Faustkampf. Der 2. Tag begann in aller Früh mit den hippischen Agonen. Nachmittags wurden Leicht- und Schwerathletik in Form des Pentathlons in der Reihenfolge Diskuswurf, Weitsprung, Speerwurf, Stadionlauf und Ringen durchgeführt. Kultischer Höhepunkt der Spiele war der 3. Tag. Er wurde voll und ganz dem Gottvater Zeus gewidmet. Ein Stier wurde an diesem Tag dem Gott geopfert. Im Anschluss daran fanden weitere Laufwettbewerbe statt (Lang,-Kurzstrecken- und Doppellauf). Am 4. Tag standen dann die Schwerathleten im Vordergrund: Ring-und Faustkampf und Pankration unterhielten die Zuschauer den kompletten Tag, Ausklang fanden die Spiele mit dem Waffenlauf, der immer den Schlusspunkt aller Wettkämpfe signalisierte. Der 5. Tag war den Siegerehrungen und einer feierlichen Prozession zum Zeus-Tempel gewidmet. Gewinner wurden mit den Zweigen des heiligen Ölbaums gekränzt.

Hartes Los für die Zuschauer

Rund 40.000 Zuschauer verfolgten alle 4 Jahre die Olympischen Spiele. Meist kamen sie überall her. Adel und wichtige Prominenz waren immer vertreten: getreu dem Motto: Sehen und Gesehen werden. Es reisten viele Zuschauer privat an, so beispielsweise auch Sklaven, die ihre Herren begleiteten oder auch sogenannte „Barbaren“- Nichtgriechen. Für die Zuschauer waren die Spiele meist eine schlimme Qual. Da die Spiele immer zur heißesten Jahreszeit durchgeführt wurden (August-September), litten die Zuschauer unter schrecklicher Hitze. Sie mussten stehen und durften keine Kopfbedeckung tragen. Der unsagbare Gestank, der sich aufgrund mangelnder Sanitäranlagen und dem Blut der Opfertiere etc. ergab, führte schreckliche Fliegenplagen mit sich und brachten die Zuschauer in eine unerträgliche Situation. Auch die Anreise (meist per Schiff) erwies sich als schwer, da Olympia ohnehin schwer zu erreichen war und kein festes Straßennetz existierte. Keine Unterkünfte, nur Zelte oder Schlafen unter freiem Himmel waren die alternativen Übernachtungsoptionen. Nur der Adel und Privilegierte erhielten Zimmer in Gästehäusern. Die Flüsse Kladeos und Alpheios waren aufgrund der sengenden Hitze ausgetrocknet, sodass es auch kein Trink- oder Badewasser für die Besucher gab. Nur für die teilnehmenden Athleten standen Badeanlagen zur Verfügung. Trotz all dieser unbeschreiblichen Gegebenheiten waren die Olympischen Spiele immer sehr gut besucht und heiß begehrt. Das Erbe, welches uns aus damaligen Zeiten erhalten geblieben ist, lässt sich natürlich auch besichtigen: so bieten wir zum Beispiel eine Rundreise nach Griechenland an, bei der Olympia einer der Zielorte ist.


Geschichte, Klassenfahrt, Klassenfahrten, Serie antikes Griechenland

Kalender


MO
DI
MI
DO
FR
SA
SO