Der Dom zu Köln: Facetten der wohl wichtigsten Deutschen Kirchen



„Der Hohe Dom zu Köln, Kathedrale und Weltkulturerbe, gebaut für Gott und die Menschen “ genau so ist es auf der Homepage des Kölner Doms zu lesen und in gerade diesen Sätzen schwingt schon die ganze Hochachtung und Ehrfurcht mit, die man diesem Bauwerk entgegenbringt. Wer einmal vor diesem 157,38 m hohen, gewaltigem Monument stand oder in diesem gotischen Bau weilte, weiß warum. Mit seinem schlanken, zum Chorraum hinführenden Hauptschiff von 144 Metern Länge, ist es das längste Kirchenschiff Deutschlands, das von jeweils zwei Seitenschiffen begleitet wird.



Besuchen Sie mit Ihrer Klasse den Dom auf der nächsten Klassenfahrt nach Köln, vor allem für Geschichtsklassen ein idealer außerschulischer Ort.

Die Geschichte des Doms

  • 313 n. Chr. wird erstmals ein Kölner Bischof erwähnt. Zu dieser Zeit soll bereits eine Bischofskirche auf dem Areal des heutigen Doms gestanden haben.
  • Aus dem 6. Jahrhundert ist eine große, merowingische Kirchenanlage mit einem Baptisterium auf dem Domgelände archäologisch nachweisbar.
  • Um 800 entsteht der Alte Dom, eine imposante, dreischiffige, karolingische Kirche, die im 11. Jahrhundert um zwei Seitenschiffe erweitert wird.
  • 1164 holt Erzbischof Rainald von Dassel, die Gebeine von den Heiligen Drei Königen in den Alten Dom, die zuvor in Mailand lagen. Durch diese Reliquien wurde der Dom zu einem der wichtigsten, europäischen Pilgerorte.
  • 1248 Grundsteinlegung durch Erzbischof Konrad von Hochstaden, für die heutige, gotische Kathedrale. 1265 war der Chorumgang mit Chorkapellen als erster Bauabschnitt beendet.
  • Nach 1520 war der Chor vollendet und der Alte Dom inzwischen gänzlich abgebrochen. Mit dem Bau von Langhaus, Querhaus und Türmen wurde begonnen, dann ruhte der Bau für 300 Jahre.
  • 1842 erfolgte nach einer langen Zeit der Vernachlässigung des Baus und der schweren Zeit der Besetzung des Rheinlandes, wo sogar Metallteile des Doms zur Waffenanfertigung eingeschmolzen wurden, ein Neubeginn. König Friedrich Wilhelm IV. legte den Grundstein zur Domvollendung. Er sah darin vor allem ein Nationaldenkmal für alle Deutschen.
  • 1880 Domvollendung. Mit seinen 157 Meter hohen Türmen war er das damals höchste Gebäude der Welt.
  • 1945 Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg.



Die Kunstschätze der gotischen Kathedrale zu Köln

Einige besonders bemerkenswerte Schätze sind:

  • Der 1960 – 1971 von Elmar Hildebrand geschaffene, moderne Bronzealtar
  • Das mittelalterliche Chorgestühl mit seinen 104 Sitzen, aus den Jahren von 1308 – 1311. Interessant ist dabei, dass jeweils ein Sitz für den Kaiser und einer für den Papst reserviert ist.
  • Die Chorschrankmalereien von 1340 und den darunter befindlichen Chorpfeilerskulpturen von Maria, Jesus und den 12 Aposteln.
  • Der Hochaltar im Zentrum des Chorhauptes, zu Ehren des heiligen Paulus.
  • Der 1,10 x 1,53 x 2,20 Meter messende Dreikönigsschrein hinter dem Hochaltar, der die Dreieinigkeit Gottes verkörpert. Dieser ist ein Zeugnis für die bereits sehr hoch entwickelten, mittelalterliche Goldschmiedekunst. Diesen sechs Zentner schweren Schrein ließ Erzbischof Philip von Heinsberg für die ehrenvolle Beisetzung der Heiligen Drei Könige anfertigen.
  • Die wunderschönen, kräftig farbenen Glasfenster, die den Innenraum des Doms mit einer vibrierenden Farbintensität erstrahlen lassen. Das Bekannteste ist dabei das Bibelfenster, das sich im Chorumgang befindet.



Die Schatzkammer

Der sogenannte Domschatz, der bereits im 9. Jahrhundert eine bezeugte Erwähnung findet, kann in den historischen Kellergewölben besichtigt werden. Dazu gehören liturgische Geräte, Insignien und Gewänder von Erzbischöfen und Domgeistlichen (4. - 20. Jahrhundert), kostbare Reliquiare und Handschriften. Dafür sind extra Eintrittskarten nötig.

Des Weiteren: Gero-Kreuz, Mailänder Madonna, Chormosaik, Altar der Stadtpatrone.

Führungen durch den Dom

Gruppenführungen im Dom dürfen nur von registrierten oder autorisierten Domführern beziehungsweise Domführerinnen durchgeführt werden. Gruppen haben deshalb eine Führung zu buchen, entweder über das Domforum oder über Köln Tourismus. Die Gruppengröße wird dabei allgemein auf 25 Personen begrenzt.
Die Führungen beinhalten unter anderem das mittelalterliche Chorgestühl mit seinen reichen Schnitzereien, den Schrein der Heiligen Drei Könige und das Baptisterium.

Extra Führung unter den Dom, wo alles begann

Seit 1946 wurden die Vorgängerbauten unter der heutigen, Kathedrale freigelegt, deren Geschichte bis in die Römerzeit zurückreicht. Führungen werden nur für begrenzte Teilnehmerzahlen angeboten, nach vorheriger Anmeldung. Restkarten können aber täglich im Domforum am Roncalliplatz erfragt werden.

Turmbesteigung: der Südturm des Doms

Wer einen ganz einmaligen Panoramablick über die Rheinmetropole genießen will, sollte den Südturm besteigen. Ganze 533 Stufen sind bei diesem Fitnesstest zu bewältigen, aber der grandiose Rundblick aus über 97 Metern Höhe auf die Domstadt, belohnt jeden für diese Mühen. Da erhält man einen weiten Blick über den Rhein, die Innenstadt und bei klarem Wetter ist sogar das Siebengebirge zu sehen. Auf dem Weg nach oben kommt man nach 53 Metern Aufstieg an der Glockenstube vorbei, wo auch die Petersglocke hängt. Die bekannte, 24.000 Kilo schwere Glocke ist mit einem Durchmesser von 3,22 Metern, die weltweit größte, frei schwingende Kirchenglocke. Die läutet nur an 11 verschiedenen Festtagen, zu denen auch Weihnachten und Ostern gehören. Vor dem Glockengeläut wird der Glockenstuhl geschlossen, aber mit Anmeldung und einem professionellen Hörschutz darf man das Geläut live miterleben. Für die Turmbesteigung sind extra Tickets zu kaufen.

Die Domglocken

Der Dom verfügt über eine Vielzahl an Glocken, die aus unterschiedlichen Anlässen gegossen wurden.
Die Josefsglocke ist eine "Alltagsglocke", die auch zu vielen Messen, die während des Tages im Dom gefeiert werden, geläutet wird. Das erste Mal läutete sie am "Tag der Wiedervereinigung", am 03.10.1990.
Die Angelusglocke und die Wandlungsglocke wurden um das Jahr 1322 gegossen und sind das älteste, erhaltene abendländische Glockengeläute.

Musik im Kölner Dom, ein unvergleichliches Klangerlebnis

Im Dom finden am Dreikönigenschrein regelmäßig Chorkonzerte statt, die aufgrund der unwahrscheinlichen Raumakustik ein echtes Hörerlebnis darstellen. Wer es bei seinem Dombesuch so einrichten kann, einer solchen Veranstaltung sakraler Kirchenmusik beizuwohnen, sollte sich dies auf keinen Fall entgehen lassen. Sämtliche Veranstaltungstermine sind dem Flyer „Geistliche Musik am Dreikönigenschrein“ zu entnehmen. Die Konzerte sind kostenlos, aber man muss rechtzeitig kommen, da der Dom nach Beginn des Konzertes geschlossen wird.

Multivisionsshow

Ein 20-minütiger Film, „Faszination Kölner Dom“, mit brillanten Bildern und dezenter Musikuntermalung, informiert über die bewegende Geschichte des Doms und seiner religiösen Bedeutung.

Entdecken Sie den überaus beeindruckenden Kölner Dom mit Ihren Schülern auf einer Klassenfahrt. Das Klassenziel ist erreicht, wenn am Ende der Fahrt jedem klar geworden ist, warum der „Hohe Dom zu Köln“, die wichtigste Kirche Deutschlands und eines der bedeutendsten Gotteshäuser der Christenheit ist.



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