Schnoorviertel: romantisch, gemütlich … Bremer Geschichtenhaus & Packhaustheater



Bremens Schnoorviertel – Geschichte auf Schritt und Tritt, kleine Läden, Kunst und Kultur

Das Schnoorviertel zählt zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Hansestadt – in den verkehrsberuhigten Gassen reihen sich über einhundert historische Häuser aneinander. Zwischen Dom, Bremer Rathaus, Altenwall und Weser können Schüler und Lehrer zu Fuß Geschichte erleben. Zudem lässt es sich ausgiebig in Galerien und kleinen Läden stöbern. Künstler und Kunsthandwerker zeigen „im Schnoor“ ihr Können – zum Beispiel in einer Glaswerkstatt. Auch historisches Spielzeug, Bremer Souvenirs, Geschenke und Papiermodelle sind in den winzigen Geschäften des Schnoors zu bekommen. Urige Altstadtcafés, Bonbon- und Schokoladenboutiquen versüßen die „Große Pause“ auf der Klassenfahrt.

Unser Tipp für Sie und Ihre Klasse: Statten Sie dem Schnoorviertel auf der nächsten Klassenfahrt nach Bremen, einen Besuch ab!

Ein Spaziergang durch den Schnoor ist ein Wandel durch mehrere Epochen

Die architektonische Vielfalt reicht von hochmittelalterlichen Fachwerkhäusern der Bremer Flussfischer und Handwerker bis zu barocken Fassaden und Bürgerhäusern aus dem 18. Jahrhundert. Bis ins 19. Jahrhundert hinein verlief hier die Balge, ein Nebenarm der nahen Weser, sodass der Schnoor auch mit historischen Kähnen erreichbar war. Seinen Namen bekam das Viertel Schnoor von dem plattdeutschen Begriff für Schnur, Band oder Seil (ähnlich wie die Hamburger Reeperbahn nach den Reepschlägern, den Machern der Schiffstaue, benannt wurde). Aber über Hamburg sollte man in Bremen nicht zu viel reden. Die beiden stolzen Hansestädte sind nicht nur durch eine fußballerische, sondern auch hafentechnische Konkurrenz „herzlich“ miteinander verbunden.

Der Schnoor ist auch ein Beispiel für die Architekturgeschichte der jungen Bundesrepublik in den 1950er Jahren

Das Viertel hatte die massiven Bombardierungen Bremens durch die Alliierten im Zweiten Weltkrieg relativ gut überstanden. Nach dem Krieg wollten Stadtplaner jedoch viele der über 110 alten Häuser abreißen, um moderne Büro- und Wohnhäuser zu errichten. Engagierte Bürger des einstigen „Einfache-Leute-Viertels“ und Denkmalpfleger retteten viele Gebäude des Schnoors vor der Abrissbirne. Auch der damals in Westdeutschland vorherrschende Trend, die Innenstädte autogerecht zu gestalten, ging glücklicherweise am Schnoor vorüber. Die engen Gässchen des Schnoorviertels waren und sind kaum für das Befahren mit PKWs geeignet – was die heutigen Besucher und Flaneure freut.

Kleinkunst der Extraklasse im Packhaustheater

Comedy und modernes Volkstheater, das erleben Schüler und Lehrer im Packhaustheater im Schnoorviertel. Eine Auswahl der Titel der gespielten Stücke zeigt, was Sache ist: Gute Laune, derbe Späße, gepaart mit hintersinnigem Humor und Kultur - hier hat nicht nur der Deutsch-Leistungskurs Spaß, sondern alle Gruppen und Jugendlichen, die auf Klassenreise nach Bremen fahren. Die Stücke im Bremer Packhaustheater tragen so verheißungsvolle Namen wie "Triebe, Tratsch & Trockenhaube", "Campingliebe", "Allein in der Sauna" oder "Landeier - Bauern suchen Frauen".

Einmalig in Deutschland - das Bremer Geschichtenhaus macht Historie erlebbar, ganz ohne Touristenkommerz

Im Geschichtenhaus treten Darsteller in historischen Kostümen auf und zeigen den Besuchern, was in der Hanse- und Hafenstadt Bremen im 17., 18. und 19. Jahrhundert passierte. So wird Geschichtsunterricht lebendig! Das Bremische Geschichtenhaus erreichen Besucher nicht in der Straße Schnoor, die dem Viertel seinen Namen gab, sondern im nahen ältesten Lager- und Packhaus der Stadt in der Straße "Wüstestätte". Diese Gasse bekam ihren Namen, weil das Land einst wüst war.
Das heißt, es lag brach und wurde erst später mit dem für damalige Verhältnisse hochmodernen Speicher bebaut. Eine Besonderheit an dem szenischen Live-Theater mit Museumsausstellung ist, dass die Darsteller in selbst gemachten Kostümen auftreten. Viele von ihnen waren früher langzeitarbeitslos. Durch die geförderte Tätigkeit im Bremer Geschichtenhaus bekommen sie eine Perspektive und können sich nachhaltig einbringen.
Die Episoden, die Ausstellung sowie Geschichtenerzähler und -darsteller den Besuchern vermitteln, reichen von Kirchenbrand und der Pest in Bremen bis zum Alltagsleben in einem Kolonialwarenladen. Die Besucher des Geschichtenhauses im Bremer Schnoor erfahren, wie die hanseatischen Kaufleute ihren Reichtum durch Handel erwirtschafteten - und wie der aus der Südsee importierte Kakao zu Schokolade wird.

Auch Bremer Originale wie Heini Holtenbeen (Heini Holzbein) werden dargestellt

Dabei wird ein Geheimnis gelüftet: Der wortgewandte Schnoor-Bewohner humpelte zwar, hatte aber trotz seines Namens gar kein Holzbein. Ein weiteres Projekt, das arbeitssuchenden Menschen eine Perspektive bietet, ist die Restaurierung der Bremer Hansekogge. Das 2014 gehobene Schiff ist ein Symbol der Bremer Seefahrt. Ohne die Transportleistungen der Koggen und das Handelstalent der hanseatischen Kaufleute wäre die gesamte Stadt nicht zu ihrer wirtschaftlichen und kulturellen Blüte aufgestiegen. Schulklassen, die Packhaustheater und Geschichtenhaus besuchen, werden zudem auf die Bremer Torfkähne stoßen.

Neben dem Überseehandel prägten auch die Binnenschiffe die Bremische Geschichte

Sie brachten einst mit Muskel-, Pferde- oder Segelkraft Torf aus dem Worpsweder Teufelsmoor und anderen Feuchtlandschaften rund um Bremen in die Hansestadt. Der in den Mooren gestochene Torf diente als Düngemittel und vor allem als Brennmaterial. Für Schüler und Lehrer ist ein Besuch der Kulturstätten im Bremer Schnoorviertel also ein idealer Einstieg, um mehr über die spannende Geschichte der norddeutschen Handelsmetropole an der Weser zu erfahren. Lange Bus- oder Tramfahrten, die bei manchen Klassenreisen anstrengend sein können, fallen dabei sicher nicht an. Denn in den Schnoor sind es von anderen Bremer Highlights, wie der Kunsthalle oder dem Rathaus, das zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, nur wenige Minuten zu Fuß.



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