Die Eremitage in St. Petersburg - Leidenschaft für Kunst überdauert die Zeit



Direkt an der Newa in St. Petersburg, der zweitgrößten Stadt von Russland, liegt die Eremitage, eines der größten und bedeutendsten Kunstmuseen der Welt. Früher ein kleiner Pavillon, heute ein Palast in einem riesigen Gebäude, in dem die etwa 65.000 Kunstwerke auf fünf Bauten und in mehr als 350 Sälen verteilt sind. Die Gemälde befinden sich sowohl in der Kleinen Eremitage, der Alten Eremitage, dem Eremitage Theater, der Neuen Eremitage und im Winterpalast. Der Winterpalast wurde 1711 erbaut und war einst die Zarenresidenz in Petersburg.

Die ersten Erwerbungen der umfangreichen Sammlung gehen auf Zar Peter den Großen zurück, der für die russische Zarenfamilie die Sammlung skythischer Altertümer (Schätze sibirischer Steppenstämme von 7. - 3. Jahrhundert vor Christus) für Sankt Petersburg veranlasste.

Meist wird aber Zarin Katharina II. als Gründerin der Sammlung gesehen, da sie 1764 die ersten 225 Gemälde holländischer und flämischer Meister für ihren Palast erwarb, welche ursprünglich dem Preußenkönig Friedrich II. zugedacht waren, der jedoch aufgrund der leeren Staatskassen nach dem Siebenjährigen Krieg verzichten musste. Zarin Katharina II. beschränkte sich nicht nur auf den Erwerb schon bedeutender Sammlungen, sondern verfolgte aktuelle Ausstellungen und bestellte bei zeitgenössischen Künstlern und erwarb so den größten Teil der Gemälde. Auch Zar Nikolaus I. vermehrte die Sammlung vorwiegend mit italienischen und spanischen alten Meistern. Er war ein großer Förderer der europäischen Kunst.

Nicht nur die Sammelleidenschaft der Romanows mehrte den Reichtum, den wir heute in der Eremitage finden können. Es gab in St. Petersburg viele Kunstliebhaber in den adligen Familien. Deren Schätze nach der Revolution verstaatlicht und somit der Eremitage übergeben wurden. Zar Nikolaus I. trennte im Februar 1852 den Winterpalast und das Museum Eremitage, womit die Sammlung öffentlich wurde. Zuerst nur für die Privilegierten von St. Petersburg, seit 1922 ist eine der größten Sammlung der Welt, neben dem Louvre in Paris und dem Prado in Madrid, der breiten Öffentlichkeit zugänglich.

Während Zarin Katharina II. noch klagte: "Nur ich und die Mäuse können diese Herrlichkeiten bewundern", besuchen heute Tausende von Menschen täglich die Eremitage für eine Tour durch dieses Museum in Petersburg.

Die aktuellen Eintrittspreise für das Museum an der Newa sind für Schüler ca. 2,40 EUR und pro Lehrer/Begleiter ca. 18,00 EUR.

Dafür bekommt man unter anderem das berühmte Gold der Skythen, Funde aus griechischen Grabstätten, Kunst und Kultur des klassischen Altertums und des Orients, Münzsammlungen und natürlich die berühmten Gemälde von da Vinci, Tizian, Rembrandt, Picasso, Cézanne oder die Skulpturen Rodins und vieles mehr zu sehen.

Ein Besuch der Eremitage - ein unvergessliches, kulturelles Erlebnis in Sankt Petersburg.



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