Auf den Spuren der Ghibellinen und Guelfen



Lassen Sie sich von uns in eine rund 800 Jahre alte Geschichte zweier Gegner einladen. Der im Artikel beschriebene Streit zwischen Kirche und Kaiserreich, welcher sich für Kursgruppen am besten auf einer Klassenfahrt nach Bologna durchleuchten lässt, war eines der aufregendsten Ereignisse Europas. Um 1220 n. Chr. spaltet die Weltanschauung zweier Gruppen die Gemüter. Diese nannten sich Ghibellinen und Guelfen. Die Ghibellinen, meist Adelsangehörige, leiten sich von der württembergischen Hohenstaufenstadt Waiblingen ab. Diese hielten sich der Politik und den Entscheidungen des Kaisers verbunden. Die Guelfen leiten sich von den Rivalen des schwäbischen Geschlechts Hohenstaufen, den fränkischen Welfen, ab. Sie standen hinter dem Papst und seinen Entscheidungen. Nun waren die Allianzen nicht all zu leicht auseinanderzuhalten, da es viele Guelfen gab, die sich dem Kaiser anschlossen, wenn es in ihrem Interesse war. So unterschied man  bei den Guelfen in zwei Richtungen.

Weiße waren die, die dem Kaiser wohlgesonnen sind und beide Seiten respektierten. Schwarze standen nur hinter dem Papst und verfolgten eine harte Meinung gegenüber dem Kaiser. Rasche politische Wendungen in den Städten Italiens ließen abwechselnd einen der Beiden an die Macht kommen.

Zu dieser Zeit fanden viele Kämpfe statt. Berühmte Schlachten dieser Zeit waren Cortenuova (1237) und Tagliacozzo (1268). Eines der bekanntesten Opfer von Verbannung war Dante Alighieri. Ein Dichter und Philosoph, der sich durch z. B. die „Göttliche Komödie“ einen Namen gemacht hatte.

Zur Abwehr dieser Kämpfe bauten sich reiche Familien die sogenannten Geschlechtertürme. Bis zu 180 davon sollen - allein in Bologna zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert errichtet worden sein. Besonders markant: die beiden Türme Asinelli (der höhere) und Garisenda (der kleinere). Der Turm Asinelli war mit einer Höhe von 97 Metern (bei einer Schieflage von 2,2 Metern!) 137 Jahre lang das höchste Gebäude Europas im Hochmittelalter.

Trotz jahrelanger Kriege und Zerstörung konnte sich keines der beiden Lager dauerhaft festigen und daher die Macht an sich reißen. Die Bereitschaft den Glauben an die eigene Sache auch mit Waffengewalt  zu verteidigen, war allgegenwärtig. Die Machtstellung der Kirche hat sich durch die Vielzahl der Anhänger, der geografischen Ausdehnung und den riesigen finanziellen Möglichkeiten sehr gefestigt. Beide Völker wollten an der Spitze stehen um die Macht zu besitzen den anderen absetzen zu können, doch dies wurde nie erreicht. Interesse geweckt? Mit einem qualifizierten und deutschsprachigen Guide erfahren Sie bei Bedarf weitere Details über die spannende Geschichte der Ghibellinen und Guelfen. Natürlich werden hierbei auch weitere Sehenswürdigkeiten von Bologna im Mittelpunkt stehen.



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