Den architektonischen Zauber Prags entdecken

Robbin

Prag zählt zu den ältesten und schönsten Städten Mitteleuropas. Den Ruf und Rang einer europäischen Metropole konnte sich Prag über die Jahrhunderte bis heute bewahren. Von den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges weitgehend verschont geblieben, ziehen ihre beeindruckenden Architekturzeugnisse aus der Zeit der Romanik und Gotik, der Renaissance und des Barock, des Jugendstil, Kubismus und der heutigen Moderne, jährlich Millionen Touristen aus dem Inn- und Ausland an und prägen das Gesicht und das Flair der Stadt an der Moldau. Auf speziellen Führungen können die Besucher den architektonischen Zauber Prags entdecken.

Die gesamte Innenstadt Prags ist ein Spiegel der verschiedenen Architekturepochen. Allein auf der Prager Burg finden sich Zeugnisse von der Romanik bis zum Jugendstil. Die St.-Georgs-Basilika und das Kloster gehören zu den wichtigsten romanischen Baudenkmälern Tschechiens. Der im 14. Jahrhundert errichtete Veitsdom, die Türme Weißer Turm und Daliborka sowie die Karlsbrücke sind Zeugnisse gotischer Baukunst. Spuren der Renaissance finden wir noch heute auf der Burg im Wladislawsaal. Er gehört zu den bedeutendsten Saalbauten der Renaissance nördlich der Alpen. Die Häuser des Goldmachergässchens sind aus der Zeit der Gotik und der Renaissance. Der Königspalast im zweiten Burghof, das Matthiastor in den zweiten Burghof und die Heilige-Kreuz-Kapelle gehören zu den bedeutendsten barocken Bauwerken. Die Architektur des 19. Jahrhunderts im Stil des Klassizismus finden wir an der Palastfassade. Die Altstadt prägen Häuser der Romanik und Gotik. Die Kleinseite und die Hradschin-Stadt dominieren Palais aus Renaissance und Barock. Und überall treffen wir auf beeindruckende Bauten im Jugendstil.

Jugendstil umfasste Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts fast alle Kunstgattungen, von der Architektur über die Malerei, Plastik und Glaskunst bis hin zu Literatur und Buchkunst. Leitgedanke bei der Entwicklung des Jugendstils war, die Trennung zwischen Kunst und Leben sowie zwischen den einzelnen Kunstgattungen aufzuheben. Gesamtkunstwerke sollten entstehen. Dieser Gedanken und Anspruch des Gesamtkunstwerkes begegnet uns bei einigen Prager Architekten und ihren Bauten der Jugendstilepoche, z.B. bei Jan Kotera. Er versuchte diesem Anspruch mit dem Peterka-Haus am Wenzelsplatz gerecht zu werden, dessen Details er bis hin zu den Türschildern plante.

Wesentliches Kennzeichen des Jugendstils ist die Verwendung von Ornamenten, vor allem aus der Natur. Insbesondere langstänglige Blumen mit schmalen Blättern wie Tulpen und Lilien, Vögel, Fische und Insekten wurden verwand. Im Gegensatz dazu wurden flächig-lineare geometrische Ornamente entwickelt, mit einer Tendenz zum Asymetrischen. Häufig wurden auch z.B. symbolträchtige Tiere wie Adler und Eulen oder auch historische Gestalten, die für bestimmte Tugenden oder Ziele stehen, dargestellt. Ein künstlerisches Zeugnis dafür ist das von Ladislav Saloun geschaffenen Denkmal für Jan Hus.

Neue Materialien wie Stahl, Eisen und Glas hatten in der Architektur Einzug gehalten. Das ermöglichte neue Ausdrucksmöglichkeiten und kam besonders beim Bau von Fabrikhallen, monumentalen Bahnhofsbauten, Kaufhäusern und Ausstellungshallen zum Ausdruck. In Prag sind der Industriepalast, der Hauptbahnhof, einige Moldaubrücken und der Hanavsky-Pavillon gute Beispiele dafür.

In Prag entstanden zwischen 1896 und 1905 mehr und prächtigere Jugendstilbauten als anderswo. Zu den bedeutendsten gehören das Hotel Europa am Wenzelsplatz und das Repräsentationshaus (Obecni dum, erbaut 1903 bis 1911), das populärste Gebäude von Prag. Heute ist es mit seinen Musiksälen, Ausstellungsräumen, Restaurants, Cafés und Geschäften ein komplexes Kulturzentrum und nationales Kulturdenkmal.

Ab 1910 entstand in Prag eine ganz eigene Architekturrichtung, der Kubismus. In erster Linie bekannt aus der Malerei. Picasso und Braque in Frankreich waren seine Protagonisten. Das war schließlich auch die Inspirationsquelle für die jungen Prager Architekten um Pavel Janák, Josef Chochol, Josef Gočár und Vlatislav Hofmann. Die kubistische Architektur zeichnet sich vor allem durch ihre geometrischen Grundformen, wie den Würfel und den Kristall aus.

Der Leitbau der kubistischen Architektur, Gočárs Kaufhaus zur schwarzen Mutter Gottes am Ovocný trh (Obstmarkt), entstand 1911-12. Die Außen- und Innengestaltung beeindruckt mit kubistischen Elementen, die sich erstaunlich gut in die vorhandene barocke Bebauung einpassen. Heute befindet sich im ersten Stock ein Café mit nachgebildetem kubistischen Interieur. Außerdem befindet sich in dem Gebäude das Prager Museum des tschechischen Kubismus und im Erdgeschoss gibt es einen Laden mit Nachbildungen kubistischen Kunsthandwerks und Literatur zum Kubismus.

Der Schülerreisedienst www.schulfahrt.de bietet ein umfangreiches Angebot an Prag-Reisen mit unterschiedlichen Programmbausteinen und Unterbringungsmöglichkeiten.


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