Amsterdam - Eine Stadt trägt Orange

Mario

Dass die Amsterdamer feiern können, haben sie am 30. April 2013 bewiesen. An diesem Tag übergab Königin Beatrix ihre Krone an ihren Sohn Willem Alexander. Es wurde in der gesamten Stadt gefeiert, ob in den Straßen oder auf den Grachten. Lernen Sie dieses lebenslustige und offene Volk doch einmal selber mit Ihren Schülern auf der nächsten Klassen- oder Kursreise kennen.

Zur Einstimmung auf die Stadt empfiehlt es sich, eine Grachtenrundfahrt zu unternehmen. Die Amsterdamer Grachten nennt man auch Grachtengürtel, da die Kanäle ringförmig die Stadt durchziehen. Seit dem 1. August 2010 gehört der Grachtengürtel zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Fahrt geht vorbei an Hausbooten, alten Speichern und herrlichen Brücken. Die bekanntesten Grachten sind die Heren-, Keizers- und die Prinsengracht. Entlang der Herengracht findet man die schönsten und pompösesten Grachtenhäuser mit dem aufwendigsten Giebelschmuck.

Der Königliche Palast gilt als Bauwunder, denn der Palast steht auf 13.659 Baumstämmen. Das Gebäude wurde ursprünglich als Rathaus gebaut. Seit 1808 wurde es dann als Königlicher Palast verwendet und seit 1939 dient es der Königsfamilie zu Repräsentationszwecken und als Gästehaus für Staatsgäste. Die Anziehungspunkte für jeden Besucher sind der prächtig ausgestattete Gerichtssaal und der Bürgersaal. Der prunkvolle Bürgersaal reicht mit 28 m Höhe über 3 Geschosse des Palastes. Der Saal gilt als einer der schönsten Festsäle in ganz Europa. Auf dem Marmorfußboden finden sich die beiden Erdhälften und der nördliche Sternenhimmel wieder. Es symbolisiert Amsterdams Führungsdenken im Bezug auf den Welthandel im Goldenen Zeitalter. Beachtenswert sind die allegorischen Gemälde von denen viele von den Rembrandt-Schülern Ferdinand Bol und Govert Flinck stammen.

Besucher strömen in das Rijksmuseum. Sie wollen meist ein Bild sehen, „Die Nachtwache" von Rembrandt. Dem Bild ist im Laufe der Zeit viel widerfahren. Zum Beispiel sollte es zu Beginn des 18. Jahrhunderts im Rathaus aufgehängt werden, der dafür vorgesehene Platz war allerdings zu klein. So stutzte man es kurzerhand rechts um 30 cm und links gar um einen ganzen Meter. Viele Besucher wissen nicht, dass dieses Gemälde über die Jahrhunderte nachdunkelte und das Zusammentreffen der Schützen auf dem Bild tatsächlich tagsüber stattfand. So ist der eigentliche Name des Gemäldes „Der Schützenaufmarsch der Kompanie des Hauptmanns Frans Banning Cocq und seines Leutnants Willem van Ruytenburch". Nach einem Säureangriff musste das Gemälde wieder restauriert werden. Bei dieser Gelegenheit entfernte man den alten Firnis und das Bild konnte im alten und vor allem hellen Glanz erstrahlen. Von Rembrandt gibt es in der Ausstellung noch weitere bekannte Werke zu sehen, wie „Die Judenbraut", „Die Stallmeister" und das „Selbstbildnis als Apostel Paulus". Insgesamt ist die Ausstellung gigantisch, sie umfasst neben Malerei und Kunst der Niederlande, die niederländische Geschichte und die Kunst in den Kolonialgebieten.

Jeder hat schon einmal von der Geschichte des jüdischen Mädchens Anne Frank gehört oder ihr berühmtes Tagebuch gelesen. Das Anne-Frank-Haus ist ein erschütterndes Zeitdokument aus dem 2. Weltkrieg. Das Hinterhaus der Prinsengracht 263 war das Versteck von Anne Frank und ihrer Familie. Dort konnten Sie zwei Jahre verbringen, bis sie am 4. August 1944 von der deutschen Gestapo verhaftet und deportiert wurden. Übrig blieben Postkarten an der Tapete und Striche an der Wand, die vom Wachstum der Geschwister Frank zeugen. Im Vorderhaus ist ein eigener Raum dem Tagebuch gewidmet. Auf einem Faksimile können Sie die Handschrift von Anne im Original sehen.

Ein Kunstgenuss ist das Van-Gogh-Museum mit der größten Sammlung von Werken des niederländischen Künstlers. 200 Gemälde sowie 500 Zeichnungen und Aquarelle sind in dem Museum anzuschauen. Es sind so herausragende Bilder wie „Die Kartoffelesser", „Das Schlafzimmer in Arles" und eine Version der „Sonnenblumen" ausgestellt. Es werden aber auch Maler gezeigt, welche Vincent van Gogh beeinflusst haben, so zum Beispiel Henri de Toulouse-Lautrec, Camille Pissarro, Claude Monet und Paul Gauguin.

Zwei typische Produkte der Niederlande sind Holzschuhe und Käse. Warum nicht einmal selbst erleben, wie sie hergestellt werden? Auf dem traditionsreichen Bauernhof Clara Mariakönnen Sie während einer Führung den Herstellungsprozess hautnah miterleben. Die Klompen, so nennt man in den Niederlanden die Holzschuhe, werden aus einen Stück Holz mit historischen Maschinen hergestellt. Um sie leichter tragen zu können, wird Pappelholz verwendet. Die fertigen Klompen werden lackiert oder in Brandmalerei mit einer Mühle versehen. Der Landwirt stellt in der Käserei auf handwerkliche Art herrlichen Goudakäse her. Diesen können Sie natürlich auch einmal probieren.

Willkommen bei Madame Tussauds! Im Jahr 1970 war die Amsterdamer Ausstellung das erste Wachsfigurenkabinett, was außerhalb Londons eröffnet hatte. Es erwarten Sie Stars aus dem Bereich Sport, wie Rafael van der Vaart und David Beckham. Weltgrößen sind dabei wie zum Beispiel Barack Obama, Nelson Mandela und der Dalei Lama. Natürlich dürfen auch die Filmstars wie Angelina Jolie und Brad Pitt nicht fehlen. Eine bunte Gesellschaft von über hundert bekannten Persönlichkeiten ist hier zu treffen. Außerdem können Sie in die Kulissen von Kinohits eintauchen.

In Amsterdam kommen auch die Shopping-Freunde voll auf ihre Kosten. Eine der populärsten Einkaufsstraßen bei Einheimischen und Touristen ist die Kalverstraat. Auf einer Länge von 750 m reihen sich über 200 Geschäfte. Das Einkaufszentrum Magna Plaza war die ehemalige Hauptpost. Das Gebäude wurde im Jahre 1899 erbaut und im gleichen Stil wie das Parlament von Großbritannien errichtet. Heute befinden sich Modeboutiquen, Musikläden, Parfümerien und natürlich auch Cafés in der amerikanisch anmutenden Shopping Mall. Europas einzigen schwimmenden Blumenmarkt sollten Sie nicht verpassen. Eigentlich sollte der Markt auf 15 angetauten Lastkähnen stattfinden, allerdings ist er mittlerweile bis auf die Straße gewachsen. Verkauft wird alles, was grünt und blüht, vor allem natürlich Tulpen. Eine Besonderheit ist dabei die schwarze Tulpe.


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