Perle der Adria, kroatisches Athen, Republik Ragusa, Dubrovnik - das Paradies hat viele Namen

Marco

„Diejenigen, die das Paradies auf Erden suchen, müssen in diese Stadt kommen.“, schwärmte einst der bekannte englische Schriftsteller George Bernard Shaw von Dubrovnik. Und wahrlich, die Stadt, einst wirtschaftliches und kulturelles Zentrum des Mittelmeerraumes, beeindruckt noch heute mit mittelalterlichem Flair und gilt vielen Besuchern als die Perle der Adria.

Die autofreie Altstadt Dubrovniks, seit 1979 UNESCO-Weltkulturerbe, durch Erdbeben und Kriege oft geschunden und in Teilen zerstört, aber unter Bewahrung des Alten immer wieder aufgebaut, präsentiert sich heute als einzigartiges Freilichtmuseum mit einer Fülle von Sehenswürdigkeiten, die zu entdecken ein Tag nicht ausreicht. Die intakte und komplett begehbare, ca. zwei Kilometer lange und bis zu sechs Meter dicken Stadtmauern mit ihren 16 Wehrtürmen und Toren rund um die Stadt, hielten früher feindliche Truppen davon ab, die Stadt zu erobern. Heute bietet ein Rundgang auf ihr einen wunderbaren Blick über die Stadt.

Die romanische Bezeichnung Ragusa, älteste Bezeichnung auch aus dem Griechischen Lausion (von Lau – steil), geht auf die kleine felsige Insel zurück, auf der zu Beginn des 7. Jahrhunderts die ehemaligen romanischen Bewohner des von den Slawen zerstörten Epidaurum, heute Cavtat, ihre Siedlung errichteten. Direkt gegenüber auf dem Festland gründeten die Slawen ebenfalls eine Siedlung. Die war von dichtem Eichenwald umgeben. Da die Eiche im Slawischen dub hieß, entstand daraus wahrscheinlich der Name Dubrovnik. Im Laufe der Zeit entwickelten sich freundschaftliche Beziehungen zwischen den Bewohnern der Inselsiedlung und denen der Festlandsiedlung. Schließlich wurde im 12. Jahrhundert der Kanal, der die Insel vom Festland trennte aufgeschüttet und die beiden Siedlungen wuchsen zusammen. Heute befindet sich an dieser Nahtstelle die berühmte Hauptstraße Dubrovniks, der Stradun. Kleine Cafés, Restaurants und Geschäfte laden zum Bummeln, Verweilen und Stöbern ein. Hier entwickelte sich das Zentrum der vereinigten Stadt, die, da die slawische Bevölkerung die romanische zahlenmäßig übertraf, schließlich die Bezeichnung Dubrovnik erhielt.

In seiner wechselvollen über tausendjährigen Geschichte gelang es der Stadt Jahrhunderte lang eine unabhängige Stadtrepublik zu sein, die Handelsbeziehungen mit großen Teilen Südosteuropas und mit dem Mittelmehrraum unterhielt. Bereits unter byzantinischer Herrschaft wurde der Stadt 1191 das Recht auf freien Handel gewährt. Im Jahr 1358 erkannte die Stadt die Oberhoheit des ungarisch-kroatischen Königs an, behauptete aber weiter seine Autonomie. Hier begann Dubrovniks Leben als selbstständige Republik Ragusa.

Die Republik Ragusa oder Republik Dubrovnik, beide Bezeichnungen existierten nebeneinander, war ein maritimer Stadtstaat, dessen Zentrum die Stadt Ragusa/Dubrovnik bildete. Der Stadtstaat erstreckte sich über ein kompaktes Gebiet zwischen Neum und der Halbinsel Prevlaka sowie der Halbinsel Pelješac, den Inseln Lastovo, Mljet und den kleinen Archipel der Elaphiten mit der Hauptinsel Šipan. Die Republik bestand vom 14. Jahrhundert bis zum Jahr 1808, als sie von den Truppen des französischen Kaisers Napoleon aufgelöst wurde. Ihre Blütezeit erreichte sie im 15. und 16. Jahrhundert.

Das politisch einflussreichste Organ der Republik war der Senat (Consilium rogatorum). Seine 45 Mitglieder wurden für ein Jahr gewählt. Der Großrat, dem ausschließlich Patrizier und Edelleute angehörten, wählte den Senat und ihm oblag die Gesetzgebung. Der Kleine Rat wiederum wurde vom Senat gewählt und aus ihm ging der Rektor, das Oberhaupt der Stadtrepublik hervor, der monatlich gewählt wurde. „Obliti Privatorum Publica Curate“ – „Vergesst die persönlichen Angelegenheiten und kümmert Euch um das Wohl der Öffentlichkeit“, steht noch heute über einer Tür des Rektorenpalastes. Er gehört heute zu den Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt und beherbergt ein Museum.

Lange Zeit stand die Republik gegen Zahlung eines Tributes unter dem Schutz des Osmanischen Reiches. Ihre Handelsschiffe erhielten die Erlaubnis ins Schwarze Meer zu segeln, was nichtosmanischen Schiffen verboten war. Dubrovnik entwickelte sich zu einem bedeutenden Handelshafen. Selbst für Spanien waren ihre Schiffe unterwegs. Im 16. Jahrhundert bestand die Handelsflotte des Stadtstaates aus 160 Schiffen und war damit eine der größten im Mittelmeer. Das katastrophale Erdbeben von 1667 führte zu einer Krise, von der sich die Stadtrepublik nicht mehr richtig erholte.

Geblieben ist uns eine wunderschöne Stadt, deren Mauern und zahlreichen Sehenswürdigkeiten aus allen Perioden der Stadtgeschichte wie die Kathedrale, der Onofinobrunnen, der Glockenturm Luza, die älteste Apotheke Europas, in der noch heute selbst zubereitete Cremes verkauft werden, die Rolandsäule… - Besucher aus aller Welt in ihren Bann zieht. Alles in allem ein wunderbares Ziel für Ihre nächste Klassenfahrt - hier unser Angebot: Klassenfahrt nach Dubrovnik.


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