Ravenna - Hauptstadt der Mosaike

Robbin

Die Region Emilia-Romagna ist wie geschaffen für abwechslungsreiche und interessante Klassen-, Kurs- oder Studienfahrten. Hier bietet sich eine Fülle von Möglichkeiten und Themen: Bologna, die Hauptstadt der Emilia-Romagna mit seiner faszinierenden Altstadt, mit seiner altehrwürdigen Universität, die zu den ältesten der Welt zählt und in der das „Anatomische Theater“ – ein historischer Vorlesungssaal mit einem Seziertisch aus Carrara-Marmor und die berühmte Wappensaal-Bibliothek jährlich tausende Besucher anziehen. Für Liebhaber moderner Kunst ist ein Besuch im MAMBO – Museo d’Arte Moderna di Bologna, die Nummer 1 der Museen für moderne Kunst in Italien, empfehlenswert. Traumhafte Sandstrände, Sportmöglichkeiten und natürlich Party, bietet die Adriaküste der Region, insbesondere Rimini, das europäische Freizeitzentrum schlechthin.

Gerne wird die Emilia-Romagna auch das Land der Motoren genannt, denn Ferrari, Ducati, Maserati und Lamborgini sind hier zu Hause. Klangvolle Namen, die das Herz jedes Motorsportfans höher schlagen lassen. Auf Betriebsrundgängen und in den hauseigenen Museen z.B. bei Ducati, kann man seinen „Träumen“ ganz nahe sein und deren Geschichte und Entstehung von den Anfängen bis heute in modernen Fertigungszentren hautnah erleben. Die weltweit größte Maserati-Sammlung findet sich auf dem Landgut der Familie Panini. Hier kann man auch in der familieneigenen Käserei die Herstellung des berühmten Parmigiano Reggiano kennenlernen und ihn verkosten. In Maranello erwartet die Automobilisten die Galeria Ferrari und in Modena kommen die Feinschmecker bei der Herstellung des berühmten Balsamico-Essigs auf ihre Kosten… Und nicht zuletzt muss man unbedingt Ravenna, die Hauptstadt der Mosaike, besuchen.

Ravenna ist einfach bezaubernd, verzaubernd. Boccaccio ließ eine seiner schönsten Novellen dort spielen, Hermann Hesse und Gustav Klimt ließen sich vom Zauber Ravennas inspirieren und Dante vollendete in Ravenna seine Göttliche Komödie und liegt hier begraben. Fast jedes Kind in Italien war schon mit seiner Schulklasse hier und bestaunte die Pracht der byzantinischen Mosaiken. Ravenna erlebte im 5. und 6. Jahrhundert seine politische, wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit. Die kleine Stadt an der Nordküste der Adria, besaß mit Classe einen der wichtigsten Adriahäfen der römischen Flotte. Kaiser Augustus machte den Porto di Classe zum zweitgrößten Flottenstützpunkt des Römischen Reiches. Sie war von 402 an Haupt- und Residenzstadt der weströmischen Kaiser, später des Ostgotenkönigs Theoderich und ebenso des byzantinischen Kaiserreiches. Von dieser glanzvollen Epoche zeugen in Ravenna noch zahlreiche bedeutende Bauwerke mit einem Schatz aus originalen Mosaiken des 5. bis 7. Jahrhunderts. Die frühchristlichen und byzantinischen Kirchen, wie die Basilica di San Vitale; Grabmale, wie das Mausoleum der Galla Placidia oder das Mausoleum des Theoderich; Kapellen und Baptisterien, wie das der Arianer, mit ihren einzigartigen Mosaiken wurden 1996 in das Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen. Die Mosaike sind einmalig und übertreffen in ihrer künstlerischen Qualität und Ausführung und ihrer Bedeutung sämtliche anderen, noch erhaltenen Mosaiken in den Städten der antiken Welt, ob im Orient oder im Okzident.

Ravenna war ein Zentrum der Mosaikkunst. Erstmals wurden hier stark reflektierende Glassteine verwandt, die sich gut dafür eigneten, Innenräume von Kirchen auszugestalten. Zudem stand damit eine reichere, schier unendliche Farbpalette zur Verfügung. So entstanden viele farbenprächtige Mosaike mit dem für Ravenna typischen und nur dort zu findenden grünen Hintergrund. Die kleinen Glassteinchen wurden aus einem farbigen Glasfluss, der zu einem flachen Brei verarbeitet wird, hergestellt. Nach dem Abkühlen und Aushärten wird er mit einem scharfen Werkzeug zerteilt. Gold- und Silberwürfel entstanden durch Auflegen von Blattgold und Blattsilber auf hellfarbige Glasplatten. Dann wurde die Oberfläche mit einer dünnen Schicht feingemahlenen Glases bedeckt und in einem Ofen erhitzt. Dabei wurde die Metallauflage zwischen den beiden Glasschichten eingeschlossen. Besonders bei den Bildern von Kaiser Justinian und Kaiserin Theodora in der Kirche San Vitale kamen die Gold- und Silberwürfel zum Einsatz. Hat doch Gold eine besondere Bedeutung als Abbild des Ewigen, der Herrlichkeit Gottes. Auch Purpur hatte eine besondere Bedeutung und war vor allem eine Rarität (es wird aus Schnecken gewonnen) und war deshalb nur der kaiserlichen Familie vorbehalten. Für die Kronen des Kaiserpaares wurde Perlmutt verwendet. Glanz und Reichtum wurden hier bewusst zur Schau gestellt und verfehlen auch auf heutige Besucher ihre Wirkung nicht.

Entdecken Sie auf Ihrer nächsten Klassen-, Kurs- oder Studienfahrt die Emilia-Romagna, lassen Sie sich verzaubern von den weltberühmten Mosaiken Ravennas. Interessante Reiseangebote mit zahlreichen Programmbausteinen finden Sie unter www.schulfahrt.de.


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