Sir Winston Churchill – großer Staatsmann, leidenschaftlicher Zigarrenraucher, Literaturnobelpreisträger…

Robbin

Wer kennt nicht die Fotos auf denen Churchill mit der rechten Hand das Viktory-Zeichen zeigt. Durch ihn wurde es schließlich populär. Und die unvermeidliche Zigarre war fast schon ein Markenzeichen. Seine geistreichen Sprüche werden heute noch viel zitiert und zeugen von brillanten Intellekt und Schlagfertigkeit. Zweimal war er Premierminister und führte Großbritannien durch den Zweiten Weltkrieg. Zuvor hatte er bereits verschiedene Regierungsämter inne. Er wechselte die politischen Lager, war erst Konservativer, dann Liberaler, später trat er wieder den Konservativen bei. Mal verkörperte er den radikalen Sozialreformer, mal den reaktionären Imperialisten. Er war ehrgeizig und selbstbewusst. Nicht umsonst wird er als der bedeutendste britische Staatsmann des 20. Jahrhunderts bezeichnet.

Seine Kindheit und Jugend verbrachte Winston Leonard Spencer-Churchill, aus gutem Hause stammend, auf dem Schloss seines Großvaters Blenheim Palace sowie in den Eliteschulen in Ascot, Brighton und Harrow. Allerdings kam er mit dem autoritären Erziehungssystem dort nicht klar und blieb mehrfach sitzen. Erst auf der Militärakademie und in der Armee fühlte er sich am richtigen Platz. Dort erwarb er eine profunde literarische Bildung und begann kurz darauf selbst zu schreiben. In den 1930er Jahren galt er als der bestbezahlte Kolumnist und Schriftsteller der Welt. 1953 wurde er für sein großes historisches Werk Der Zweite Weltkrieg mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet.

Bei aller Leidenschaft für die Schriftstellerei und das Militär, fühlte sich Churchill vor allem zum Politiker berufen. Bis er 1940 zum ersten Mal Premierminister wurde, war er in zahlreichen wichtigen Ämtern tätig, unter anderem als Handels- und Innenminister, schließlich als Marineminister und Rüstungsminister während des Ersten Weltkrieges. Als Rüstungsminister war er maßgeblich an der Entscheidung zum Bau und Einsatz der Tank, der ersten Panzer, beteiligt. Deren Einsatz trug im Sommer 1918 wesentlich zum Zusammenbruch der letzten deutschen Offensive an der Westfront bei. Churchill erkannte auch als einer der ersten das militärische Potenzial von Flugzeugen. Als Luftfahrtminister förderte er daher seit 1919 den Aufbau einer Luftwaffe. Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm Churchill nacheinander die Ämter des Kriegs-, des Luftfahrt- und des Kolonialministers. In einer Karikatur aus dem Jahre 1912 wird er als Minister zur beliebigen Verwendung dargestellt, er wechsle seine Ministerien wie andere Leute Hüte.

In den 1930er Jahren schwand Churchills politischer Einfluss. Er zog sich auf seinen Landsitz Chartwell in Kent zurück und widmete sich seinen journalistischen und schriftstellerischen Ambitionen sowie seinem Hobby, der Malerei. Churchill war immer ein Genussmensch. Einer guten Zigarre, einem guten Champagner oder Malt-Whisky sowie einem exquisiten Essen, war er nie abgeneigt. Seine großen Abendgesellschaften in Chartwell waren legendär. Zu seinen Gästen gehörte damals auch Charlie Chaplin.

Früh erkannte Churchill, dass Hitlers Politik auf einen neuen Krieg hinauslief, blieb aber zunächst ungehört. Erst 1939 wurde der damaligen Regierung und dem britischen Volk klar, dass Churchills Warnungen vor Hitler richtig waren. Er wurde wieder als Marineminister in die Regierung berufen. 1940 schließlich bildete Churchill eine Allparteienregierung in der er selber das Amt des Premiers sowie des Ministers für Verteidigung übernahm. Die Cabinet War Rooms in London war die unterirdische Schaltzentrale von Winston Churchill, seiner Regierung und der Streitkräfte während des Zweiten Weltkrieges. Heute können die Räume, die nur einige Schritte vom Palace of Westminster, dem britischen Parlament, entfernt sind, von Touristen besichtigt werden. Vor einigen Jahren wurde ein Churchill-Museum angegliedert und der Name des Museums in Churchill War Rooms geändert. Hier wurde wahrlich Weltgeschichte geschrieben. Als Churchills historische Lebensleistung gilt, dass er Hitlers Sieg verhindert hat. Von einigen Historikern wird Churchill als der entscheidende Gegenspieler Hitlers gesehen, nicht Stalin oder Roosevelt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Churchill für sechs Jahre Oppositionsführer im Unterhaus. In dieser Zeit prägte er den Begriff Eiserner Vorhang für die Grenze zwischen Ost- und Westeuropa und schlug die Schaffung der Vereinigten Staaten von Europa vor. 1951 zog Churchill noch einmal als Premier in die Downing Street No. 10. Allerdings blieb diese Amtszeit eher unspektakulär. Am 24. Januar 1965 starb er. Heute erinnern das Churchill Denkmal auf dem Parliament Square und ein Gedenkstein in der Westminster Abby gleich neben dem Haupteingang an den großen Staatsmann.

Begeben Sie sich auf Ihrer nächsten Klassen-, Kurs- oder Studienfahrt nach London mit www.schulfahrt.de auf die Spuren von Winston Churchill.


Kalender


MO
DI
MI
DO
FR
SA
SO