Reisen auf Goethes Spuren

Robbin

Johann Wolfgang von Goethe - Dichterfürst, Vorreiter und wichtigster Vertreter des Sturm und Drang, Begründer der Weimarer Klassik, Repräsentant des geistigen Deutschland im Ausland und heute der Klassiker der Weltliteratur schlechthin. Nicht nur Dichter, sondern auch Naturwissenschaftler, Botaniker und Geologe, Maler, Politiker und Theaterdirektor... Goethe hatte viele Interessen, Neigungen und Aufgaben. Sie führten ihn in zahlreiche Städte und Gegenden. Folgen Sie ihm, entdecken Sie seine Spuren mit ihren Schülern auf einer Klassen-, Kurs- oder Studienfahrt mit www.schulfahrt.de.

Goethe ist in seinem Leben viel gereist obwohl das zu der Zeit nichts mit Tourismus und Urlaub zu tun hatte, wie wir es heute kennen. Das Reisen war eher beschwerlich. Man war mit Kutschen, zu Pferd oder zu Fuß auf schlechten Straßen und Wegen unterwegs. Straßenräuber machten das Reisen unsicher. Der Durchschnittsbürger blieb in der Regel zu Hause und kam aus dem Ort in dem er lebte und arbeitete nicht heraus. Es waren Händler, Kaufleute und Pilger die reisten. Schriftsteller, Maler und Architekten wollten bei ausländischen Meistern lernen oder suchten neue Inspiration. Forscher zogen zu Studienzwecken und Beobachtungen durch die Lande… Man reiste also aus Gründen des Handels, der Arbeit oder des Studiums.

Heute ist das anders. Besuchen Sie Goethes Geburtsstadt Frankfurt oder seine Studienorte Leipzig und Straßburg. Ein unbedingtes Muss ist die Klassikerstadt Weimar. Hier verbrachte Goethe den größten Teil seines Lebens. Hier wirkte er als Minister, leitete das Weimarer Hoftheater, lernte Charlotte von Stein kennen und schätzen und arbeitete eng mit Friedrich Schiller zusammen. Wir können seine erste Bleibe, sein Gartenhaus, das ihm der Herzog Karl August schenkte und dessen Garten, den „Garten am Stern“, den er selbst plante und gestaltete sowie sein späteres Wohnhaus am Frauenplan besichtigen. Durch Goethe wurde Weimar zu einem Zentrum deutscher Kultur.

Von hier aus reiste Goethe unter anderem nach Erfurt, Ilmenau, Gotha, Eisenach, Dessau und Wörlitz, Halle, Berlin, Potsdam, Kassel und Göttingen. 1777 unternahm Goethe seine erste Harzreise, der noch zwei weitere folgen sollten. Vom Harz und seiner Vielfalt war Goethe begeistert. Er besuchte unter anderem Wernigerode, Goslar, die Rosstrappe und das Bodetal, Ilsenburg, Elbingerode, erkundete die Baumannshöhle in Rübeland und bestieg auf allen drei Reisen den Brocken. Zum ersten Mal erklomm er den Berg am 10. Dezember 1777. Der Weg auf den Gipfel war kaum erschlossen und ein waghalsiges Abenteuer, zumal zu der Jahreszeit. Seine Route, heute als „Goetheweg“ bekannt, ist einer der beliebtesten Aufstiege zum Brocken. Die Erlebnisse und Eindrücke seiner Harzreisen inspirierten Goethe besonders in seinem Meisterwerk Faust, der Tragödie erster und zweiter Teil. Zahlreiche Szenen des Werkes spielen im Harz. Eine der eindrucksvollsten ist die Walpurgisfeier auf dem Brocken. Seien Sie Ende April dabei, wenn die Hexen durch die Feuer springen und der Teufel sich ins Fäustchen lacht. Anschaulicher und aufregender kann Deutschunterricht nicht sein.

Seit seiner Kindheit träumte Goethe davon, nach Italien zu reisen. In der Nacht zum 3. September 1786 machte er sich unter dem Namen Johann Phillipp Möller/Fillipo Miller mit der Postkutsche heimlich auf den Weg nach Italien. Der Aufbruch ähnelte eher einer Flucht. Er musste mal raus, die Arbeit als Minister in Weimar und seine Beziehung zu der verheirateten Charlotte von Stein hatte seine literarische Kreativität blockiert, er fühlte sich ausgebrannt. Erst 1788, nach eineinhalb Jahren, kehrte er nach Weimar zurück. In Italien fühlte er sich, wie er selbst sagte, das erste und einzige Mal zu Hause. Je länger er dort blieb, desto mehr entspannte er sich. Für die Kunst und Architektur der Renaissance und des Barock hatte er kein Auge, er suchte das Altertum. Als er in Verona zum ersten Mal in der Arena stand, einem Monument des alten Rom, war er glücklich und in Rom fühlte er sich sofort heimisch. Er befasste sich in Italien intensiv mit dem Zeichnen und traf sich mit zahlreichen dort lebenden deutschen Malern. In Rom freundete er sich mit dem Maler Johann Heinrich Wilhelm Tischbein an, der eines der berühmtesten Porträts des Dichters malte: Goethe in der Campagna. Mit ihm reiste Goethe nach Neapel. Palermo, Bologna, Venedig, Florenz und Siena waren weitere italienische Stationen Goethes. „Kennst Du das Land, wo die Zitronen blühn…“ - die blühenden Zitronenbäume sah Goethe auf einer Bootsquerung des Gardasees und seinen Aufenthalten in den Städtchen Torbole und Malcesine. Erst viel später, zwischen 1813 und 1817, verfasste Goethe basierend auf seinen Reisetagebüchern sein zweiteiliges Werk Italienische Reise. Man kann es noch heute getrost als Reiseführer nutzen.

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