Auf Klassenfahrt die Metropole Ruhr entdecken

Robbin

Schwarzer Staub, schlechte Luft, rauchende Schlote, quietschende Fördertürme… - Fehlanzeige. Das war einmal, aber Hochöfen, Gasometer und Fördertürme prägen noch heute das Gesicht der Region. Schließlich wurde hier im Ruhrgebiet über 150 Jahre lang Industriegeschichte geschrieben. Es war einst die größte Montanregion Europas. Heute ist sie auf dem Weg zur kreativen europäischen Metropole des 21. Jahrhunderts, zu einem Dienstleistungs-, Technologie-, Kultur- und Wissensstandort.

Im Zuge der Industrialisierung im 19. Jahrhundert entstanden in kurzer Zeit zahlreiche Zechen und angeschlossenen Kokereien. In denen wurde aus der abgebauten Kohle Koks gewonnen, welches in den Hochöfen der entstandenen Eisen- und Stahlhütten zur Roheisen- und Stahlerzeugung benötigt wurde. Die Erschließung des Ruhrgebietes als Lieferant von Kohle und Stahl förderte wiederum die Gründung zahlreicher Eisenbahngesellschaften. Arbeitskräfte in hoher Zahl waren nötig. Menschen vom Lande und aus ganz Europa wurden angezogen und angeworben. Einstmals kleine Städte und Dörfer entwickelten sich zu Großstädten. Das Gebiet wuchs zum größten industriellen Ballungszentrum und zur größten Montanregion Europas. In den beiden Weltkriegen liefen die Zechen und Hütten auf Hochtouren und das Revier erlangte den zweifelhaften Ruf als Waffenschmiede. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Ressourcen des Ruhrgebietes zum wichtigen Wirtschaftsmotor für Westdeutschland. Ende der 50er Jahre setzte dann der Strukturwandel ein. Erst kam die Montankrise, erste Zechen wurden stillgelegt. In den 70er Jahren dann die Stahlkrise. Zahlreiche Stahlstandorte machten vollständig dicht. Tausende Bergleute und Stahlarbeiter verloren ihre Arbeit. Im Jahre 2009 gab es noch vier fördernde Bergwerke und drei Kokereien. Seit den 50er Jahren befindet sich das Ruhrgebiet in einer anhaltenden Phase des Strukturwandels. Der war und ist nicht einfach zu bewältigen, aber das Ruhrgebiet ist auf dem Weg zur neuen Metropole Ruhr.

Mehr als 5 Millionen Menschen leben heute in der Metropole Ruhr. Sie ist damit der fünftgrößte Ballungsraum Europas. Neue Industrien siedelten sich an, der Dienstleistungssektor wurde ausgebaut, zahlreiche Bildungs- und Forschungseinrichtungen entstanden. Die neuen Bildungseinrichtungen machen das Ruhrgebiet zur dichtesten Hochschul- und Forschungslandschaft Deutschlands. Industriebrachen ehemaliger Bergwerke, Kokereien, Gasometer und Stahlwerke werden als Industriedenkmäler erhalten und neue Nutzungsmöglichkeiten entwickelt. Sie werden für Kunst und Kultur, Freizeit und Sport oder als Büroräume genutzt. Landschaften und Abwasserläufe werden renaturiert. Der Emscher Landschaftspark, der Landschaftspark Duisburg-Nord, die Ausstellungshalle im stillgelegten Gasometer Oberhausen, der Bottroper Tetraeder, der Duisburger Innenhafen, die Jahrhunderthalle in Bochum oder der Phoenix-See in Dortmund legen dafür beredtes Zeugnis ab. Diese einzigartige Entwicklung spiegelt u.a. die Route der Industriekultur wieder. Das regionale Tourismusprojekt ist ein etwa 400 Kilometer langer Rundweg zu 52 industriegeschichtlichen Stätten des Ruhrgebietes. Dazu gehören bedeutende Industrieanlagen ebenso wie von namhaften Architekten entworfene Arbeitersiedlungen oder Technik- und Industriemuseen. Unter dem Motto „Wandel durch Kultur“ ist Essen, stellvertretend für die Region, 2010 Kulturhauptstadt Europas geworden.

Ein Prestigeobjekt der Metropole Ruhr ist das Weltkulturerbe Zollverein. Die Zeche Zollverein war von 1847 bis 1986 ein Steinkohlebergwerk in Essen. Gemeinsam mit der benachbarten Kokerei Zollverein ist sie heute ein Industriedenkmal. Das gesamte Ensemble der einst „schönsten Zeche der Welt“ und größten Kokerei Europas wurde bis 1999 saniert. Es steht unter Denkmalschutz und gehört seit 2001 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Zollverein ist heute eines der imposantesten Industriedenkmäler der Welt und Zentrum für Kultur und Kreativwirtschaft. Hier befinden sich der Museumspfad Weg der Kohle, das Besucherzentrum der Route der Industriekultur, das Design Zentrum Nordrhein-Westfalen, der Kunstschacht Zollverein sowie die Keramische Werkstatt Margaretenhöhe. In der ehemaligen Kokerei erwarten die Besucher Ausstellungsräume für Gegenwartskunst. Im Sommer 2009 bezog das Ruhr-Museum seine neuen Räume in der ehemaligen Kohlenwäsche. Es gibt Cafés und Restaurants, hier finden große Kulturprojekte wie die internationale Weltmusikmesse „WOMEX“ oder die „ExtraSchicht“ – Die Nacht der Industriekultur im Ruhrgebiet, aber auch Konzerte, Theater, Vorträge, Kongresse und Tagungen statt. Ein Besuch lohnt sich immer. Hier gibt es so viel zu entdecken, zu erfahren und zu erleben.

Mit einem breiten Kultur- und Freizeitangebot zieht die Metropole Ruhr immer mehr Touristen und Einheimische an. Auf Ihrer nächsten Klassenfahrt mit www.schulfahrt.de nach Düsseldorf sollte unbedingt ein Tagesausflug in die Metropole Ruhr im Plan stehen.


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