Das Automuseum "Wartburg" - die Geschichte der Autoproduktion in Eisenach



Bereits im Jahr 1888 entstanden Pläne für den Autobau in Eisenach und nur ein Jahr später rollte das erste Fahrzeug vom Fließband. Seitdem hat sich Eisenach zu einer bedeutenden Automobilstadt entwickelt und ist sogar der Geburtsort des legendären Wartburgs und des BMW. Das Museum "Wartburg" - auch als "Automobile Welt Eisenach" bekannt - trägt dieser für die deutsche Industrie und Mobilität entscheidenden Entwicklung mit einer eigenen Ausstellung Rechnung. Die Geschichte der Automobilindustrie in der Region, die Arbeits- und Lebensverhältnisse der damaligen Menschen sowie die verschiedenen Automodelle sind Schwerpunktthemen der Ausstellung. Im Rahmen einer Klassenfahrt ist es also sehr lohnenswert, dem Museum einen Besuch abzustatten.

Besuchen Sie während Ihrer Klassenfahrt nach Eisenach das Automuseum. Vor allem für Autobegeisterte und Schüler im Profil Technik, lohnt sich ein Ausflug.

Die Entwicklung der "Automobile Welt Eisenach"

Im Jahr 1967 nahm die Idee Gestalt an, dem Automobilbau in Eisenach ein kulturelles Denkmal zu setzen. Die Automobilwerkstatt Eisenach (AWE) stellte hierfür einen Pavillon bereit und betrieb diesen bis 1995. Danach übernahm die Stadt Eisenach die Trägerschaft über das Museum. Das Ziel ist es, dieses Kulturgut am Leben zu erhalten und einen Einblick in den Automobilbau der Stadt und seine Bedeutung für die Region zu geben. Im Rahmen der Wende stand der frühere Ausstellungspavillon nicht mehr zur Verfügung. Als neuer Standort des Museums wurde das ehemalige AWE-Gelände auserkoren. Die feierliche Eröffnung fand im Juni 2005 statt und seitdem hat die "Automobile Welt Eisenach" ihre Heimat im heute denkmalgeschützten früheren AWE-Industriegebäude.

Das gibt es im Museum "Wartburg" zu sehen

Viele Besucherinnen und Besucher der Ausstellung begeistern sich vor allem für die historischen Fahrzeuge, die dort zu sehen sind. Ein besonderer Blickfang ist ein AWE-Rennwagen, der es selbst mit der Konkurrenz von Porsche und Maserati aufnehmen konnte. Andere verfolgen einen eher technischen Ansatz und beschäftigen sich mit den diversen Karosserie-Studien, die vor Ort zu sehen sind. Diese zeigen deutlich, welche Gedanken sich die Menschen im Laufe der Jahrzehnte über die Autos gemacht haben, welche Ideen verwirklicht und welche verworfen wurden und wie der technologische Fortschritt vonstattenging.

Zudem verfolgt das Museum einen historischen Ansatz. Von den ersten Jahren des Automobilhauses über die Zeit im Nationalsozialismus und in der DDR bis hin zu den aktuellen Entwicklungen kommen viele verschiedene Aspekte zur Sprache. Diese werden durch unterschiedliche Fahrzeugtypen, vom Wartburg über BMW bis hin zum Opel Vectra veranschaulicht und greifbar gemacht. Seit 2018 umfasst das Museum sogar eine Dixi-Reparaturwerkstatt. In dieser können die einzelnen Arbeitsprozesse der damaligen Maschinen nachvollzogen werden.

Sehr beeindruckend ist, dass die alten Maschinen noch arbeiten und grundsätzlich heute noch verwendet werden könnten. Hierdurch gewinnt das Museum Lebendigkeit und Spannung. Es sind nicht ausschließlich leblose Fahrzeuge, Motoren und Gerätschaften zu sehen, sondern die Maschinen sind teilweise aktiv bei der Arbeit. Ergänzt werden diese Ausstellungsstücke durch Gegenstände des täglichen Lebens der Menschen der damaligen Zeit. Diese zeigen, dass hinter der Automobilproduktion immer konkrete Menschen mit Zielen, Wünschen und unterschiedlichen Lebensweisen stehen. All das sind sehr kostbare Erfahrungen für Schülerinnen und Schüler auf einer Fahrt nach Eisenach.

Der Bildungsauftrag der "Automobile Welt Eisenach"

Viele Schulen entscheiden sich dafür, im Rahmen einer Klassenreise das Museum "Wartburg" zu besuchen. Die Ausstellung ist nämlich einerseits sehr plastisch und anschaulich und bietet gleichzeitig die Möglichkeit, unterschiedliche Ansätze daran deutlich zu machen. So können Geschichtslehrerinnen und Geschichtslehrer auf einer Schulfahrt beispielsweise die historische Bedeutung des Automobilbaus für die Region Eisenach veranschaulichen. Zudem zeigt die Ausstellung neben den Fahrzeugen und technischen Ausrüstungen auch Gegenstände aus der Lebenswelt der damaligen Menschen. Die Schülerinnen und Schüler tauchen somit in die damalige Zeit ein und können diese besser verstehen und nachvollziehen.

Ebenso ist es möglich, die Ausstellung aus einem technischen Blickwinkel heraus zu betrachten. So können Physiklehrerinnen und Physiklehrer beispielsweise die Entwicklung von Automotoren oder einzelnen technischen Geräten veranschaulichen. Demgegenüber verfolgen Sozialkundelehrerinnen und Sozialkundelehrer meist den Ansatz, die wirtschaftliche Bedeutung des Autobaus für Eisenach aufzuzeigen. Denn natürlich hat dir blühende Industrie viel Geld in die Staatskassen gespült, das wiederum in die Stadt und ihren Ausbau investiert werden konnte.

Hinzu kommt, dass die Bedeutung der Mobilität für die Menschen in dem Museum klar zur Sprache kommt. Gerade heutzutage, wo viel über E-Mobilität und umweltverträgliche Fortbewegungsmöglichkeiten gesprochen und gestritten wird, ist es wichtig, die Grundlagen des Automobilbaus kennenzulernen und sich mit seiner Entwicklung vertraut zu machen. Die große Vielfalt der "Automobile Welt Eisenach" macht es also möglich, fächerübergreifend zu arbeiten und den Schülerinnen und Schülern etwas Sinnvolles beizubringen.

Den Besuch im Museum "Wartburg" vorbereiten

Wenn im Rahmen einer Klassenreise die "Automobile Welt Eisenach" besucht werden soll, lohnt es sich, die Schülerinnen und Schüler darauf vorzubereiten. Es ist hilfreich (wenn auch nicht zwingend erforderlich), wenn sie sich mit Autos und deren Funktionsweise ein wenig auskennen. Durch die Ausstellungsstücke wird der Unterschied zwischen früheren Bauweisen und modernen Technologien schnell deutlich. Ebenso ist es sinnvoll, wenn die Kinder und Jugendlichen etwas über die Geschichte des beginnenden 20. Jahrhunderts wissen. Dann können sie besser nachvollziehen, unter welchen Bedingungen die Menschen damals gelebt haben und welche Auswirkungen der Automobilbau auf ihr Leben hatte. Die Ausstellung ist in weiten Teilen selbsterklärend und erläutert geschichtliche und technische Zusammenhänge gut. Mit der richtigen Vorbereitung ziehen die Schülerinnen und Schüler aber noch mehr aus ihrem Besuch.

Wissenswertes für den Besuch der Ausstellung "Automobile Welt Eisenach"

Das Museum "Wartburg" ist barrierefrei. Somit können auch Kinder und Jugendliche, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, die Ausstellung im Rahmen einer Schulfahrt besuchen. Allerdings ist das Ausstellungsgebäude denkmalgeschützt, weswegen quasi keine baulichen Veränderungen vorgenommen werden dürfen. Aus diesem Grund kommen an einigen Stellen Hilfsmittel zum Einsatz, um Hindernisse zu überwinden. Vor Ort gibt es Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die hierbei helfen.

Zudem besteht die Möglichkeit, an einer Führung durch die Ausstellung teilzunehmen. Diese dauert ungefähr 60 Minuten und fokussiert sich auf geschichtliche Aspekte. Auf Wunsch sind aber auch andere thematische Schwerpunktsetzungen bei den Führungen möglich. Das lässt sich in Absprache mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Ort regeln. Je früher solche Wünsche artikuliert werden, desto eher lassen sie sich realisieren.

Das Museum bietet Gruppenrabatte an. Somit ist es für Schülerinnen und Schüler auf Klassenfahrten möglich, vergünstigt in die Ausstellung zu kommen. Grundsätzlich dürfen Fotos von der Ausstellung gemacht werden, allerdings erhebt das Museum hierfür eine Gebühr.



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