Budapest - Jüdisches Viertel und die berühmte Synagoge: eine Zeitreise



Budapest, die Metropole an der Donau und Hauptstadt von Ungarn, ist ein ideales Ziel. Der Grund: Es erwarten Sie zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie die Fischerbastei, die Kettenbrücke und das Burgviertel. Auf der anderen Seite können Sie sich in Budapest aber auch auf eine spannende Zeitreise begeben, denn Zeugnisse einer lebhaften Geschichte sind hier allgegenwärtig. Keinesfalls versäumen sollten Sie das Jüdische Viertel mit seiner berühmten Synagoge. Lesen Sie, was Sie bei einem Besuch dorthin beachten müssen.

Besuchen Sie auf Ihrer nächsten Klassenfahrt nach Budapest, das Jüdische Viertel mit Cafés und angesagten Bars und verwinkelten Innenhöfen.

Nicht nur in Deutschland kam es vor dem Zweiten Weltkrieg zu einer Diskriminierung der Juden. Auch in zahlreichen Nachbarländern, unter anderem in Ungarn, wurden die Juden angefeindet. Dabei leisteten die Juden einen großen Beitrag sowohl zur wirtschaftlichen als auch zur kulturellen Entwicklung Ungarns. Seit jeher wohnten die Juden in Budapest im siebten Bezirk, welches auch als Elisabeth Viertel bekannt ist.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde dieses zum Ghetto, in welchem etwa 70.000 Juden zusammengedrängt leben mussten. Auch nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges sah es für die Juden in Ungarn nicht besser aus: Ihren Glauben durften sie nur geheim ausleben. Aus diesem Grund entschlossen sich viele der Juden dazu, nach Israel auszuwandern.
Im Jahr 1956 kam es zum sogenannten Ungarnaufstand: Nach dessen Beendigung wurde das Eigentum der Juden verstaatlicht und die Synagoge im Jüdischen Viertel geschlossen. Diese ist noch heute die größte Synagoge in ganz Europa und sollte während Ihres Aufenthaltes unbedingt auf dem Plan stehen.

Die Jüdische Synagoge

Besichtigen können Sie die Jüdische Synagoge in der sogenannten Tabakgasse. Hierbei handelt es sich nicht nur um die größte Synagoge in Europa, sondern auch um die zweitgrößte weltweit. Bereits Mitte des 18. Jahrhunderts lebten mehr als 20.000 Juden in Budapest. Deren Wunsch nach einem eigenen Gotteshaus wurde immer stärker. Aus diesem Grund wurde Ludwig Förster damit beauftragt, den Bau einer Synagoge zu planen.
Die Bauarbeiten begannen dann im Jahr 1854; die feierliche Einweihung folgte 1859. Das im maurischen Stil errichtete Gotteshaus wurde nicht nur für die Juden in Budapest zu einem Ort der Besinnung. Juden aus ganz Europa diente die Synagoge als Pilgerort. Sowohl während des Zweiten Weltkrieges als auch während der russischen Besatzung wurden große Teile der Synagoge zerstört. Im Jahr 1996 wurde diese dann umfassend saniert und erstrahlt heute in neuem Glanz.

Im Inneren kann man vier verschiedene Sammlungen besichtigen, die einen guten Einblick in das jüdische Leben geben. Beachten sollten Sie, dass männliche Besucher eine Kippa während des Aufenthaltes in der Synagoge tragen müssen. Diese wird am Eingang kostenfrei verteilt.
Auch von außen können Sie die Jüdische Synagoge eigentlich kaum übersehen: Charakteristisch sind neben der Bemalung in den Farben von Budapest Blau, Gelb und Rot auch die zwei Zwiebeltürme. Versäumen Sie auch nicht einen Besuch des Innenhofes, denn hier befindet sich das Holocaust-Denkmal. Dieses ist in Form einer goldenen Weide gestaltet; jedes einzelne Blatt der Weide trägt den Familiennamen von Naziopfern.

Das Jüdische Viertel: Diese Highlights sollten Sie sich nicht entgehen lassen!

Das Jüdische Viertel ist allein schon deshalb so interessant, weil sie hier das jüdische Brauchtum auf Schritt und Tritt erleben. Immerhin 80.000 Juden leben derzeit etwa in der ungarischen Hauptstadt. Möchten Sie keines der Highlights im Viertel verpassen, schließen Sie sich am besten einer der geführten Touren an. Besonders beliebt ist die "Free Walking Tour", denn diese ist kostenlos.

Doch auch wenn Sie urige Bars und Cafés suchen, sind Sie im Jüdischen Viertel genau richtig, denn diese finden Sie zahlreich in den schmalen Gassen. Leider gibt es aber auch unzählige verfallene Gebäude im Viertel, doch die Budapester machen aus dieser Not eine Tugend. In jüngster Zeit immer beliebter werden die Ruinenbars. Hier speisen die Touristen in halb verfallenen Häusern inmitten abgenutzter Möbel und bemalter Wände. Den Touristen allerdings scheint es zu gefallen …
Die meisten der angesagten Bars und Cafés im jüdischen Viertel finden Sie hingegen in den Gozsdu-udvar. Hierbei handelt es sich um verwinkelte Hinterhöfe, die mittlerweile allerdings stark von Touristen bevölkert werden. Auch diverse Streetfoodmärkte sind im Jüdischen Viertel natürlich vorhanden. Hier kann man die kulinarischen Highlights von Budapest entdecken, wobei ein traditioneller Lángos ganz oben auf der Liste stehen sollte.

Mahnmale und Gedenkstätten in Budapest

Eine interessante Ausstellung zur Verfolgung der Juden können Sie im Haus des Terrors auf der Andrássy út besuchen. Das im Jahr 1880 errichtete Gebäude mit seinem schwarzen Rahmen auf dem Dach und den Gedenktafeln an der Fassade lässt bereits vermuten, was im Inneren wartet: eine Sammlung, die sich mit einem dunklen Kapitel der Geschichte Ungarns befasst.
Das Haus selbst hat ebenfalls eine bewegte Geschichte hinter sich: Während des Zweiten Weltkrieges war es Sitz der ungarischen Pfeilkreuzlerpartei. Gegner des Nationalsozialismus wurden hier gequält und gefoltert. Dieser Terror wurde auch nach Beendigung des NS-Regimes fortgesetzt, als das Haus zum Hauptsitz des kommunistischen Staatssicherheitsdienstes wurde.
Seit dem Jahr 2002 ist das Haus eine Gedenkstätte, in welchem Sie unter anderem Panzer und ehemalige Gefängniszellen besichtigen können. Möchten Sie diese Einrichtung während Ihrer Schulfahrt nach Budapest besuchen, können Sie dies von Dienstag bis Freitag in der Zeit zwischen 10:00 und 18:00 Uhr.
Ein weiteres Mahnmal, welches an die Verfolgung der Juden im Zweiten Weltkrieg erinnert, sind die Schuhe am Donau-Ufer. Sie werden sicher erstaunt sein, wenn Sie am Ostufer der Donau im Stadtteil Pest 60 Paar Schuhe aus Metall entdecken. Auch diese sollen an die Juden erinnern, die während des Zweiten Weltkrieges einfach an den Ufern der Donau erschossen und in den Fluss geschmissen wurden.

Fazit

Budapest als ein ideales Ziel für eine Städtereise wird Sie nicht nur mit zahlreichen imposanten Bauten beeindrucken. Beinahe noch interessanter sind die Zeugnisse einer bewegten Vergangenheit. Lassen Sie sich keinesfalls das Jüdische Viertel entgehen. Dieses wird Sie mit seinem "Vintagecharme" begeistern und zählt zweifelsohne zu einem der angesagtesten In-Viertel der Stadt. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist dieses Viertel schnell erreicht. Wer mit dem Zug in die ungarische Hauptstadt reist, kommt sogar mit großer Wahrscheinlichkeit direkt im Jüdischen Viertel an.



Geschichte, Klassenfahrt, Städtereise, Budapest