Rom: Treffpunkt der Verliebten - Die Spanische Treppe und Piazza di Spagna



Rom - Spanische Treppe und Piazza di Spagna

Es ist kurz nach 6 Uhr morgens. Ein paar Ordensschwestern huschen eilig die Stufen hinab. Männer der Stadtreinigung verrichten ihren Dienst und halten den Platz sauber. Zwei Geschäftsleute trinken in einem der wenigen bereits geöffneten Cafés ihren Espresso. Ansonsten ist der Platz menschenleer und bietet freien Blick auf die wohl berühmtesten Stufen der Welt: die ehrwürdige Spanische Treppe im historischen Zentrum Roms.
An deren Fuß befindet sich die lang gezogene „Piazza di Spagna“, am oberen Ende thront die Kirche Trinità dei Monti.

Erleben Sie mit Ihrer Klasse die Ewige Stadt auf einer Klassenfahrt nach Rom. Dynamisch und spannend zugleich lockt die italienische Metropole nicht nur mit Kultur, Geschichte, Architektur und Meer, sondern ist auch Anziehungspunkt der Jugend im Zentrum.

Treffpunkt und Aussichtsplatz im historischen Zentrum Roms

Nur wenige Stunden später ist der Platz ein belebter und beliebter Treffpunkt vor allem für Touristen der italienischen Metropole. Das ist kein Wunder, denn von beiden Seiten der Treppe aus bietet sich ein wahrhaft postkartentauglicher Anblick.
Haben Sie die 136 breiten Stufen einmal erklommen, stehen Sie direkt unterhalb der von dem französischen König Ludwig XII. in Auftrag gegebenen Kirche. Der Vorplatz der Kirche gewährt einen Blick nicht nur auf die Piazza und die direkt angrenzende Luxusstraße Via Condotti. Von hier aus schauen Sie auch über die Dächer der Ewigen Stadt, auf die typischen rot getünchten Häuser und in der Ferne die eindrucksvolle Kuppel der Santi Ambrogio e Carlo.

Ein Ort, der zum Genießen einlädt, zum Verweilen und zum Schwelgen. Ein Ort, an den es viele Reisende nach Rom immer wieder zieht und an dem, allzu leicht, romantische Stimmung aufkommt. Verliebte Pärchen, die die Welt um sich herum vergessen zu haben scheinen, lassen sich hier von der Magie der Ewigen Stadt gemeinsam verzaubern.

Spanisch?

Die Bezeichnung der Treppe und des zugehörigen Platzes als „Spanisch“ sorgt bei Besuchern immer wieder für Irritation. Was genau ist also Spanisch an einer der beliebtesten und eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten mitten in der Hauptstadt Italiens?
Die Erklärung liegt am südlichen Ende der spitz zulaufenden der Piazza: Hier, direkt an der eindrucksvollen Säule Colonna dell’Immacolata, hat die Spanische Botschaft am Heiligen Stuhl ihren Sitz.
Dies geht zurück auf die Zeit zur Erbauung der Spanischen Treppe: Sie liegt zwar am Fuße einer französischen Kirche, der Platz war aber bei der Errichtung der Treppe spanisches Hoheitsgebiet. Bis heute wird sie daher analog zur Piazza di Spagna als „Spanische Treppe“ bezeichnet. Für die Italiener hingegen ist die Treppe überhaupt nicht spanisch. Sie nennen sie „Scalinata di Trinità dei Monti“ in Bezugnahme auf die Kirche, an der sie erbaut wurde.

Barockes Flair trifft englische Romantik

Neben seinen spanischen und französischen Wurzeln hat dieser Ort auch eine enge Verbindung zu England. Genauer gesagt: Vor allem zu Dichtern, Literaten und Künstlern der englischen Romantik. Nicht nur den deutschen Dichterfürsten Goethe zog es in das „Land, wo die Zitronen Blühen“. Beliebt war Italien damals bei Poeten und Philosophen aus beinahe ganz Europa.

Daran erinnert heute vor allem das Keats-Shelley-House, welches sich direkt am Fuß der Treppe befindet und ein Museum beherbergt. Es erinnert vor allem an die Dichter John Keats und Percy Shelley. Keats lebte und starb in diesem Haus 1821. Ein Besuch des Museums ist durchaus lohnenswert. Nicht zuletzt auch wegen der bis heute bewahrten romantischen Atmosphäre. Gezeigt werden interessante Erinnerungsstücke und Exponate, die an viele englische Literaten wie William Wordsworth, Joseph Severn, Oscar Wilde und Mary Shelley erinnert.

Auf der gegenüberliegenden Seite eröffneten 1893 zwei englische Damen den bis heute bestehenden Babington's Tea Room, um die vielen in Rom logierenden englischen Gäste zu bewirten. Das Viertel rund um die Via Condotti war zur damaligen Zeit so beliebt bei Reisenden aus England, dass es bald als „englisches Ghetto“ bezeichnet wurde.

Es verwundert nicht, dass so viele Literaten, Maler und Poeten aus Europa sich in diesem Viertel Roms so wohlfühlten. Die edlen Bauwerke und Skulpturen bedeutender Künstler des Barocks haben zu jeder Zeit Menschen beeindruckt und begeistert.
An der Piazza di Spagna ist dies bis heute vor allem der berühmte Brunnen, deren Form an ein Boot erinnert: Die „Fontana della Barcaccia“ von Pietro Bernini wurde um 1936 fertiggestellt.
Weit entfernt von der monumentalen Größe des römischen Trevi-Brunnens beeindruckt die kleine Fontana vor allem durch die filigranen Details und edle Linienführung. Inspiriert wurde der Künstler einer Legende nach durch ein angeblich während der Hochwasserkatastrophe von 1598 mitten in der Stadt gestrandetes Fischerboot.

Der Heilige Stuhl am Spanischen Platz

Beispielhaft für das Barocke Rom ist ein in all dem Pomp beinahe unscheinbar wirkendes Gebäude am südlichen Ende der Piazza: Der „Palazzo di Propaganda Fide“ ist das Werk Francesco Borrominis. Heute beherbergt der Palazzo das vatikanische Jesuitenkolleg.
Errichtet wurde das mächtige Gebäude als Sitz der Kongregation für die Verbreitung des Glaubens („Propaganda Fide“). Der Einfluss des sich zur Zeit Papst Gregors XV. verstärkt ausbreitenden Protestantismus sollte eingedämmt werden. Um dies zu realisieren, gründeten die Kirchenoberen eben jede Kongregation, die bis heute besteht und vor allem, die missionarischen Aufgaben des Heiligen Stuhls verwaltet.

Treffpunkt für Verliebte, Literaturliebhaber und Freunde des Dolce Vita

Allgegenwärtig an beinahe jedem Ort in Rom sind neben dem Dolce Vita vor allem prunkvolle Kunst- und Baudenkmäler, der Katholizismus sowie eine Atmosphäre von Geschäftigkeit und Dynamik. An der Spanischen Treppe scheint hingegen die Zeit trotz des Trubels für kurze Augenblicke still zu stehen. Der Blick über die Schönheit dieser Stadt ist überwältigend und kein Reisender nach Rom wird ihn je vergessen.



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