100 Jahre Bauhaus in Thüringen



Das Bundesland Thüringen ist reich an kulturell wertvollen Schätzen - besonders auch auf dem Gebiet der Architektur und auch des Kunstgewerbes. Neben der Kulturhauptstadt Weimar - mit der berühmten Bauhaus-Universität - ist in diesem Zusammenhang auch Dessau eine Studienreise wert, denn hier befindet sich das bekannte Bauhaus. Also bitte nicht verwirren lassen: Das Bauhaus hat seine Wurzel in Thüringen, eine der wichtigsten Wirkungsstätten ist Dessau, dann kommt Berlin und es wirkt weltweit: Architekten in aller Welt haben Bauwerke in diesem Geiste errichtet und den Stil auch durchaus verschieden interpretiert bzw. der Region angepasst.

Eines ist sicher: Keine Weltreise ohne Begegnung mit dem Bauhaus!

Die Geschichte des Bauhauses

Es wurde im Jahr 1919 von Walter Gropius gegründet. Unmittelbar nach den Schrecken des Ersten Weltkrieges war es Gropius ein Anliegen, einen neuen und modernen Menschen zu prägen. Das in Weimar gegründete Haus war zur damaligen Zeit eine echte Novität, denn es gelang auf beeindruckende Art und Weise, Kunst und Handwerk miteinander zu verbinden. Das Bauhaus war eine Kunstschule, an welcher Interessierte ihr Studium absolvieren konnten. Wer dieses anstrebte, musste drei verschiedene Stadien - die Vorlehre, die Werklehre und die Baulehre hinter sich bringen.
Dabei standen den Schülern so bekannte Lehrer wie Lyonel Feininger (Feiniger Galerie und Ausstellung in Quedlinburg unbedingt besuchen!!), Walter Gropius oder Paul Klee zur Verfügung; allesamt Künstler, die es zu Weltruhm gebracht haben und die wir heute noch kennen. Die Schüler arbeiteten in verschiedenen Werkstätten, denn das handwerkliche Geschick wurde am Bauhaus großgeschrieben. Zur Verfügung standen unter anderem eine Töpferei, eine Buchbinderei, eine Tischlerei und eine Metallwerkstatt. Insgesamt lernten am Bauhaus etwa 1.500 Schüler unter der Leitung von drei Direktoren, die alle denselben Grundgedanken verfolgten: Es ging um ein modernes Denken. Ziel war es nicht nur, das Handwerk zu ehren, sondern dies vor allem mit der Kunst zu verbinden.

Kommen Sie mit uns auf Klassenfahrt nach Weimar und besichtigen Sie mit Ihrer Klasse das Bauhaus-Museum.

Dessau gilt als die Stadt, in welcher das Bauhaus und die "Bauhäusler" am meisten präsent waren. Die Blütezeit der Bauhaus- Geschichte und ihrer Modernen Architektur dauerte etwa von 1925 bis 1932. Zwar gab es das Bauhaus insgesamt nur 14 Jahre lang, doch haben die neuen avantgardistischen Methoden das Zeitalter der Moderne umfassend geprägt. Im Jahr 1925 musste es von Weimar nach Dessau umziehen; nur sieben Jahre später erfolgte ein weiterer Umzug nach Berlin. Hier konnte sich das Bauhaus nicht lange halten und wurde kurze Zeit später von den Nationalsozialisten geschlossen.

Interessant: Etwa ab dem Jahr 1930 errichteten jüdische Architekten in ihrer Heimatstadt Tel Aviv unzählige Bauten im legendären Bauhausstil. Noch heute hat die "Weiße Stadt" die weltweit größte Ansammlung solcher Gebäude. Seit dem Jahr 2008 gibt es in dieser Stadt ebenfalls ein Bauhausmuseum. Im Jahr 1996 wurde das Bauhaus in die Kulturerbeliste der UNESCO aufgenommen. Kaum eine andere architektonische Grundströmung hat Deutschland so sehr geprägt!

Egal wo in Deutschland Sie unterwegs sind: Überall finden Sie Bauten, die auf das Bauhaus zurückzuführen sind. Die meisten davon befinden sich natürlich in Sachsen-Anhalt.

Hier eine kleine Auswahl:

  • Filmpalast in Aschersleben
  • Meisterhäuser in Dessau-Roßlau
  • AOK und Wasserturm Süd in Halle
  • Siedlung Cracau in Magdeburg
  • Volksbank Sangerhausen

Wenn Sie also mit offenen Augen während Ihrer Studienfahrt nach Sachsen-Anhalt durch entsprechende Städte gehen, werden Sie noch zahlreiche weitere interessante Beispiele entdecken können.

In Thüringen wirkt das Thema Bauhaus natürlich und zuerst aus der Bauhaus-Universität Weimar heraus - hier befindet sich die Wurzel. Diese weltweit einzigartige Bildungsstätte geht auf die vormalige Großherzoglich-Sächsische Kunstschule zurück und wie bereits erwähnt darauf folgend auf das sog. Staatliche Bauhaus (1919)- machen Sie sich bei einer Klassenfahrt nach Weimar oder einer Kursfahrt hierher selbst ein Bild.

Das Bauhaus Jubiläum

Im Jahr 2019 feiert das Bauhaus sein 100-jähriges Jubiläum. Dieser Geburtstag wird nicht nur in Dessau, sondern im Bauhaus Verbund deutschlandweit - und natürlich darüber hinaus international - begangen. Den Auftakt dabei bildet die Veranstaltung "Reif fürs Museum?" am 23.02.2019 in Dessau. Auch im Haus der Kulturen der Welt in Berlin wird das Jubiläum des Bauhauses umfassend gefeiert. Deutschlandweit gibt es etwa 500 verschiedene Veranstaltungen zu Ehren der "Talentschmiede", wie das Bauhaus auch gerne betitelt wird. Bauhaus-Institutionen in Weimar, Dessau und Berlin haben sich eigens für diesen Anlass zum Projekt bauhaus100.de zusammengeschlossen.

Besonders interessant im Zusammenhang mit dem Jubiläum dürfte die Jubiläumsausstellung der Klassik Stiftung Weimar vom 6. April 2019 bis 1. April 2029 sein. Diese zeigt Ihnen nicht nur bislang unveröffentlichte Zeitdokumente, sondern auch eine Sammlung von diversen Werkstattarbeiten. Zu den bekanntesten zählen sicher die berühmte Teekanne von Marianne Brandt oder der Lattenstuhl von Marcel Breuer. Einer der Höhepunkte des Bauhausjahres aber soll die Eröffnung eines komplett neuen Museums in Dessau sein, die für September 2019 geplant ist. Diese Sammlung soll aus mehr als 40.000 Exponaten bestehen und damit eine der umfangreichsten sein. Auf einer Gesamtfläche von mehr als 1.500 Quadratmetern werden Sie hier während Ihrer Kursfahrt auf eindrucksvolle Art und Weise erkennen, wie sehr das Bauhaus auch unser heutiges Leben geprägt hat.

Besucherinformationen

Wenn Sie das Bauhaus während Ihrer Klassenfahrt besichtigen möchten, müssen Sie sich in die Gropiusallee 38 in Dessau-Roßlau begeben. Den Gebäudekomplex erkunden Sie am besten im Rahmen einer der angebotenen Führungen. Während des etwa einstündigen Rundgangs werden Sie auch in Räume geführt, die der Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich sind. Führungen in deutscher Sprache finden jeden Tag sowohl um 11:00 als auch um 14:00 Uhr statt. Am Wochenende gibt es zusätzliche Führungen um 12:00 und um 16:00 Uhr.

Ebenso möglich ist es, dass Sie auf Ihrer Studienreise die Meisterhäuser besichtigen. Hierbei handelt es sich um die Wohnhäuser, in welchen unter anderem Walter Gropius, Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky und Paul Klee gemeinsam mit ihren Familien lebten. Ihren Klassenbesuch im Bauhaus können Sie übrigens hervorragend planen, denn speziell für Schulklassen werden gesonderte Führungen angeboten. Neben den Führungen haben Sie auf Ihrer Kursfahrt die Chance, an einem der 60-minütigen Workshops teilzunehmen. Entsprechende Angebote sollten rechtzeitig vor Ihrer Klassenfahrt gebucht werden. Ihre Reiseveranstalter Schulfahrt Touristik ist Ihnen dabei gern behilflich.

Übrigens ist es (für kleinere Gruppen und Einzelreisende) sogar möglich, im Bauhaus zu übernachten. Getreu dem Motto "Wohnen im Weltkulturerbe" können Sie in den Zimmern des Ateliergebäudes nächtigen. Klar, dass hier nicht nur Originalmöbel nachgebaut wurden, sondern auch die komplette Einrichtung im typischen Bauhausstil gehalten ist. Wenn Sie ein sehr minimalistisch gehaltener Einrichtungsstil nicht abschreckt, sollten Sie dieses Angebot während Ihrer Studienreise unbedingt nutzen.

Ein Frühstück ist im Übernachtungspreis zwar nicht inbegriffen, dafür können Sie aber die Kantine besuchen, wo sich bereits in den 1920er Jahren die Bauhauslegenden zum gemeinsamen Mittagessen trafen. Dieses Ambiente ist heute noch genau so erhalten. Ebenso sollten Sie der Trinkhalle von Ludwig Mies van der Rohe einen Besuch abstatten. Diese wurde im Jahr 2014 erfolgreich wieder aufgebaut und bieten Ihnen frisch gepresste Säfte, selbst gemachte Limonaden und zahlreiche andere regionale Gaumenfreuden.

Die Auswirkungen des Bauhauses: Noch heute zu spüren

Moderne Neubauten von heute haben häufig eines gemeinsam: Sie sind möglichst schlicht und geradlinig. Genau dieser Stil, der heute so beliebt ist, wäre vermutlich ohne das Bauhaus nie entstanden. Schon die Bauhausarchitekten vor knapp 100 Jahren bauten in eben jener Bauweise getreu dem Motto "Die Form soll der Funktion folgen". Ob diese eher nüchterne Bauart heute jedem gefällt, sei dahingestellt. Walter Gropius etwa bevorzugte das Punkthochhaus und legte damit gleichzeitig den Grundstein für ein anonymes Wohnen. Nicht die Schönheit, sondern die Funktionalität der Bauten stand klar im Vordergrund.

Es wurden unter anderem neue Materialien wie Glas oder Beton eingesetzt; die ersten industrialisierten Wohnbauten für Menschen entstanden. Entscheiden Sie selbst, ob das Bauhaus auch für Sie Kunst darstellt oder eher abweisend wirkt. Klar ist, dass uns der Stil des Bauhauses beinahe täglich auf Schritt und Tritt verfolgt. Schauen wir uns etwa einmal die so beliebten Möbel von Ikea an, werden Parallelen schnell sichtbar. Auch das beliebte Möbelhaus liebt die klaren Linien und verzichtet weitestgehend auf alle Schnörkel. In der Altmark, genauer gesagt in Salzwedel, gibt es sogar eine Möbelfabrik, die sich ausschließlich auf Möbel im Bauhausstil spezialisiert hat. Selbst bei Arbeiten am Computer kommen Sie am Bauhaus nicht vorbei, denn auch die Schriftart "Arial" gilt als eine Erfindung des Bauhauses.

Fazit

Das kulturelle Erbe des Bauhauses ist noch heute allgegenwärtig. Im Zug des Bauhausjahres 2019 haben Sie die Möglichkeit, dies auf Ihrer Klassenfahrt in diversen Ausstellungen zu erkennen. Nicht nur Schriften von damals, auch Einrichtungsgegenstände aller Art sind noch heute präsent.



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