Prag- auf den Spuren des Literaten Franz Kafka



Die tschechische Hauptstadt - auch die Goldene Stadt genannt - ist seit Jahrzehnten für Schüler und Lehrer ein überaus beliebtes Ziel. Ob auf Klassenfahrt oder als Abschlussreise - Prag ist ein Garant für eine rundum gelungene spannende Tour!
Vor allem für Deutsch-Lehrer als auch für Leistungskurse 'Deutsche Sprache' bietet die Metropole ein historisch-literarisches Spannungsfeld der Sonderklasse!

Kommen Sie mit uns auf Klassenfahrt nach Prag und wandeln Sie auf den Spuren Kafkas.


Die Stadt ist aus ihrer Geschichte heraus eben auch durch deutschsprachige Schriftsteller, jüdische Literaten und die spezielle kulturelle Situation in der K.u.K-Monarchie (Donaumonarchie), der ersten Republik, die Kriegszeit und letztlich durch die Wirren der Geschichte bis heute geprägt. An vielen Orten kann auf diese Bezug genommen werden. Während einer Schulfahrt nach Prag lassen sich alle Orte, an denen z. B. Kafka gewirkt hat, besichtigen. Zum Thema Literaturhaus gibt es hier einen eigenen Artikel. Nun zu Kafka, den Dreh- und Angelpunkt dieses Beitrages:

Wer war Kafka?

Franz Kafka war ein Schriftsteller, welcher von 1883 bis 1924 lebte. Seine Werke sind zum Großteil erst nach seinem Tod berühmt geworden und gehören mittlerweile zur Weltliteratur. Kafka lebte zu einer Zeit, in der sich die Länder neu aufteilten. So fühlte er sich weder den Tschechen noch den Deutschen zugehörig. Er war jedoch stets mit der Stadt Prag verbunden. Bereits als Kind befasste sich Kafka mit der Literatur. Seine Promotion hat er jedoch später im Bereich Rechtswissenschaften abgelegt.

Insgesamt fand er in seinem Leben nur wenig Zeit zum Schreiben und konnte seine kreativen Schreibphasen kaum nutzen, da er hauptberuflich angestellt war. Kafka war Jude und war seiner Religion gegenüber sehr aufgeschlossen. Sein Leben endete jedoch frühzeitig durch eine langjährige Erkrankung.

Werke von Kafka

Zu einem der wichtigsten Werke von Kafka gehört "Das Urteil". Innerhalb von acht Stunden verfasste der Schriftsteller das Werk im Jahr 1912. Sein Werke umfassten aber auch viele Romanfragmente wie "Der Prozess" oder "Das Schloss", die aber wurden bis zu seinem Tod nicht abgeschlossen. Kafka schrieb auch viele Erzählungen. Dabei thematisierte er immer wieder das Scheitern von Menschen und das Streben nach dem Unerreichbaren.

Zu den wichtigsten Erzählungen gehören "Die Verwandlung", "Vor dem Gesetz" und "Forschungen eines Hundes". Kafkas Erzählungen in drei Sammelbänden erschienen. Der Schriftsteller verwendete eine einfache und sehr nüchterne Sprache. Zugleich versuchte er stets, objektive Betrachtungen anzustreben und erreicht dadurch einen sehr realen Schreibstil. Seine einfache Sprache ermöglichte dadurch vielen den Zugang zu seiner Literatur.

Kafka war zu seiner Lebenszeit ein sehr unbekannter Literat. Er sah sich auch selbst als ein unbedeutender Schriftsteller an. Erst nach seinem Tod wurde ein Teil seiner Werke bekannt.

Kafka und Tschechien

In der damaligen Tschechoslowakei waren Kafkas Werke lange Zeit verboten. Insbesondere im Nationalsozialismus wurden einige seiner Bücher verbrannt, da sein Schriftgut als schädlich bezeichnet wurde. Der Literat wurde erst viele Jahrzehnte später zu der Figur von heute. Im Jahr 1989 gründete sich sogar die Franz-Kafka-Gesellschaft, welche sich neben der Übersetzung von Kafkas Werken ins Tschechische auch die Erhaltung und Verbreitung seiner Bücher zur Aufgabe gemacht hat.

Auf Kafkas Spuren in Prag

In der Stadt lässt sich noch heute an vielen Orten erkennen, dass Franz Kafka eine bedeutende Person für die Geschichte Tschechiens ist. Die folgenden Stationen sind vor allem für die Klassenfahrt Prag sehr interessant. Es bietet sich an, den Rundgang an seinem Geburtshaus zu beginnen und auf dem Friedhof vor seinem Grab zu beenden. So können die Schüler auf der Kursfahrt für den Deutschkurs alle wichtigen Stationen Kafkas in Prag kennenlernen.

Das Geburtshaus von Kafka ist gut an der Erinnerungsplakette von Karel Hladik zu erkennen und gut über den Altstädter Ring zu erreichen. Die einstige Ausstellung im unteren Teil des Hauses ist einem Café gewichen. In dem schönen Caféhaus lässt sich der Tag passend mit einer Geschichte von Kafka beginnen. Nicht weit entfernt von dem Geburtshaus Kafkas befindet sich das Kafka-Denkmal von Jaroslav Róna.
Es wurde 2001 errichtet und von der Franz-Kafka-Gesellschaft in Auftrag gegeben. Das Denkmal befindet sich in der Altstadt zwischen der spanischen Synagoge und der Heilig-Geist-Kirche. Franz Kafka ist auf der Statue in einer ungewöhnlichen Pose abgebildet. Der Literat befindet sich auf den Schultern eines Kopflosen. Der Künstler bezieht sich damit auf das Werk "Beschreibung eines Kampfes" von Kafka. Kurz nachdem die Statue enthüllt wurde, folgte auch die Eröffnung des Kafka-Museums.

Für den Besuch des Museums muss die Karlsbrücke passiert werden. Die Ausstellung ist in zwei Bereiche untergliedert, sodass die Besucher zum einen aus dem Leben des Literaten lernen können und zum anderen die Werke erforschen können. Der erste Teil der Ausstellung wird als "Experimenteller Raum" bezeichnet. Hier wurde Prag um 1900 in den Fokus gestellt. Der andere Bereich wird als "Imaginäre Topografie" bezeichnet. Hier sollen die Realität und die Verwandlung der Stadt zu einem Bild zusammengeführt werden. Den Hintergrund dafür liefern die Texte von Kafka. Begleitet sind beide Ausstellungsbereiche durch verschiedene Medien insbesondere zur Visualisierung.

Auf einer Klassenfahrt in die tschechische Metropole an der Moldau ist ein Besuch des Museums besonders für den Deutschkurs zu empfehlen, da hier viele Kenntnisse zu Kafkas Werken und seinem Leben gewonnen werden können. Schließlich führt die letzte Station einer Kafka-Spurensuche in Prag auf den Neuen jüdischen Friedhof in Prag-Žižkov. Hier wurde der Literat Franz Kafka kurz nach seinem Tod beigesetzt.

Sehenswertes in Prag

Neben den Stationen in Prag rundum Kafka, lohnt es sich auch im Zuge einer Klassenfahrt die weiteren Stationen wie die Karlsbrücke, die mechanische Rathausuhr, den Veitsdom, das Tanzende Haus oder den Wenzelsplatz zu besuchen. Auch an diesen Orten lassen sich die Erzählungen von Franz Kafka kennenlernen und diskutieren.

Fazit

Alles in allem ist die Reise nach Prag auf den Spuren Kafkas vor allem für einen Deutschkurs eine gute Möglichkeit, um einen Zugang zu seiner Literatur zu gewinnen.



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