Der Nullmeridian in Greenwich



Der Punkt, der die Welt in die östliche und westliche Hemisphäre teilt: der Nullmeridian in Greenwich - bei einer Klassenfahrt nach London kann man diesen entdecken. Eine Bootsfahrt auf der Themse von Westminster nach Greenwich ist ein unvergessliches Erlebnis, welches den theoretischen Geographieunterricht Realität werden lässt.

Ganz in der Nähe: die Tower Bridge in London

Geographie

Der Nullmeridian ist ein Halbkreis senkrecht zum Äquator. Ganze 20.003,9 km misst dieser besondere Längengrad. Er verläuft durch acht Länder und verschiedene Gewässer. Im Norden beginnt er im Nordpolarmeer und durchquert anschließend England im Osten. Über die Nordsee gelangt er wieder auf das Festland, nämlich Frankreich und Nordostspanien. Des weiteren durchläuft er Algerien, Mali, Burkina Faso, Togo und Ghana in Afrika, den Atlantischen Ozean sowie Teile des antarktischen Festlandes.

Normung des Nullmeridians

Der Verlauf dieses bedeutenden Längengrades wurde 1884 in Washington von der Internationalen Meridian Konferenz festgelegt. Zu dieser Zeit gab es noch mehrere Nullmeridiane nach denen sich die Menschen richteten. Zur Auswahl standen auf der Konferenz, neben dem Greenwich-Meridian, ein durch Paris verlaufender Meridian, der aus dem Altertum stammende Ferro-Meridian und weitere Vorschläge. Mit großer Mehrheit stimmte die Versammlung mit Vetretern aus 25 Nationen, für den Greenwich-Meridian. Er ist somit seit der Abstimmung die Basis des internationalen Koordinatensystems.

Folgen der Normung

Diese Entscheidung veränderte die Welt nachhaltig. Es konnten nun die Systeme vereinheitlicht werden um den Ausbau des internationalen Reiseverkehrs, insbesondere die Eisenbahn, voranzutreiben. Des weiteren konnte nun eine neue einheitliche Weltzeit eingeführt werden. Anfangs nannte man die Weltzeit Greenwich Mean Time (GMT). Diese galt jedoch nur bis 1928. Abgelöst wurde diese von der Universal Time (UT), welche sich nach der mittleren Sonnenzeit auf dem Meridian von Greenwich, gerechnet ab Mitternacht, richtete. Da dieses Zeitsystem von der Erdrotation abgeleitet war, unterlag es natürlichen Faktoren, wie z.B. die Verlangsamung der Erdrotation. Somit war die Universal Time nicht gleichmäßig verlaufend und für verschiedene Zwecke unbrauchbar. Daher wurde sie 1952 von der genaueren Ephemeridenzeit (ET) ersetzt, die auf der Grundlage der gleichmäßigeren Planetenbewegung basiert.

Atomuhren

Im Jahre 1972 wurde dann die Koordinierte Weltzeit (UTC) eingeführt, nach der wir uns heute noch richten. Sie beruht auf der strikt gleichmäßigen, von weltweit ca 300 Atomuhren erzeugten, SI-Sekunde. Atomuhren gibt es unter anderem auch in Deutschland: bei der Pysikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig. Auch eine der genauesten Uhren der Welt – die CSF2 steht in der PTB.

Touristische Atraktion

Der Nullmeridian wird jährlich von Menschen aus aller Welt besucht. Das Flamsteed House des Royal Greenwich Observatory ist das Gebäude, durch welches der historische Nullmeridian verläuft. Der Verlauf wird durch in den Boden gelassene Messingelemente und Markierungen am Haus deutlich veranschaulicht. Diese Markierungen stellen jedoch nicht mehr den tatsächlichen Verlauf dar. Aufgrund z. B. der Kontinentalverschiebung gelten Meridiane nicht mehr als oberflächen- bzw. ortsfest. Der eigentliche Nullmeridian zieht sich gut 100 Meter weiter östlich der für Touristen geschaffenen Linie im Greenwich Park entlang. Deswegen wird hierbei immer vom historischen Nullmeridian (siehe auch die Karte aus Google Maps) gesprochen. Größere Kartenansicht


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