Engelsburg- die Geschichte eines "wandelbaren Gebäudes"



Heute wollen wir uns mit einem der wohl beeindruckendsten Gebäude in Rom befassen. Es wurde von Kaiser Hadrian im Jahre 76 in Auftrag gegeben und 139 fertiggestellt. Die Engelsburg wurde nicht als ''Burg'' in Auftrag gegeben, sondern diente ursprünglich als Mausoleum für den Kaiser. Die militärische Aufgabe einer Burg wurde ihr zuteil, als man die Stadtmauer unter Leitung der Kaiser Aurelian, Honorius und Arcadius verstärkt hatte. Man integrierte also das solide gebaute Mausoleum als Zitadelle in die Befestigung. Als dann Ende 546 der Gotenkönig Totila Rom eroberte, erkannte Totila die Bedeutung der Burg zur Kontrolle der Stadt und baute sie aus diesem Grund als Stützpunkt aus. Den Namen Engelsburg erhielt sie, als im Jahre 590 Papst Gregor I. über der Burg den Erzengel Michael sah, der Ihm das Ende der Pest verkündete, die zu dieser Zeit in Rom wütete. Erstaunlicherweise war die Pest tatsächlich kurze Zeit später vorüber. Zu Ehren des Erzengels Michaels wurde eine Engelsfigur auf der Burg errichtet. Im 15. Jahrhundert wurde die Engelsburg durch die Päpste Alexander VI. und Nikolaus V. zu einer Festung ausgebaut. Unter anderem richteten sich die Päpste wundervolle und prächtige Wohnungen ein. Eines der schönsten Papstgemächer ist die Sala Paolina, das heute noch zu besichtigen ist. Auch eine Schatzkammer wurde von Sixtus V. eingerichtet, in dem sich ein Teil des Geheimarchives befand. Der im Stil sehr ungewöhnlich erscheinende Bau diente später auch als Gefängnis der Inquisition. Ein berühmter Gefangene war zum Beispiel Galileo Galilei. Ende des 18. Jahrhunderts vernachlässigte man die Burg, die dann im 19. Jahrhundert von französischen Soldaten beschlagnahmt wurde. Ab 1870 gelang die Burg zurück in italienische Hände und diente wieder als Festung und Gefängnis. Heute kann man die Burg auf eigene Faust erkunden. Die vielen Säle wurden zum Teil in ein Museum umgewandelt und zeigten eindrucksvoll die Geschichte der Burg. Auch findet man die Papstappartements mit den kunstvoll gestalteten Räumen. Auch zeigt das Museum zahlreiche Waffen, Möbel und Gebrauchsgegenstände. Natürlich ist die Burg und das interne Museum das ideale Ziel auf einer Klassenfahrt nach Rom - sie ist von Dienstag bis Sonntag von 9.00 bis 19.00 Uhr geöffnet und kostet 5,00 € pro Person. Für Jugendliche unter 18 Jahren ist der Eintritt frei. Stand: August 2010


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